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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 153

Schussweite von denselben mit dem rechten Flügel gegen Hochkirch undmit dem linken gegen Rodewitz und Lauske Stellung, so dass seine Ge-fechtslinie bei Rodewitz einen einspringenden Winkel bildete. Am Eudedes rechten Flügels, auf den Höhen vor Hochkirch. waren unter einemWinkel zurückgebogen [en potence) 3 Bataillone Grenadiere aufgestellt.Das Dorf Hochkirch selbst war mit Infanterie besetzt und vor dem linkenFlügel waren Schanzen aufgeworfen und Batterien errichtet. Die Auf-stellung der preussischen Armee bei Hochkirch war unvortheilhaft erstensaus dem Grunde, weil die Position der Oesterreicher, vermöge ihrer ört-lichen Lage sowohl wie durch die umherstreifenden leichten Truppen sichden Blicken der Preussen entziehend, die preussische Position derart be-herrschte, dass die Oesterreicher mit freien Augen sowohl die Stärke alsdie Aufstellung ihrer Gegner wahrnehmen konnten, und zweitens deshalb,weil die bewaldete Gegend auf dem preussischen rechten Flügel die heim-lichen Umgehungsmärsche der Oesterreicher ausserordentlich begünstigteund den Preussen die Wahrnehmung dieser Märsche erschwerte.

Friedrich bemerkte allerdings bald alle diese Mängel und Nachtheileund wollte auch, trotzdem er Daun's Bedächtigkeit kannte, in der Nachtvom 14. auf dem 15. October ein anderes Lager bei Schöps, gegenüberdem rechten Flügel der österreichischen Armee beziehen. Aber Daunkam ihm zuvor und führte in der Nacht vom 13. auf den 14. seineHauptmacht (50 Bataillone und 32 Escadronen), die den linken Flügelbildete und fast die Hälfte der ganzen österreichischen Armee ausmachte,persönlich durch den Wald gegen den rechten Flügel der Preussen vorund stellte sie perpendiculär zur Gefechtslinie der feindlichen Armee auf.Zu gleicher Zeit nahm der rechte Flügel der Oesterreicher (20 Batailloneund 32 Escadronen) unter dem Befehle Aremberg's dem linken Flügelder Preussen gegenüber Stellung, während Colloredo mit 21 Bataillonenund 20 Escadronen dem Centrum derselben gegenüber sich aufstellte.Ungeachtet solcher Zersplitterung der Streitkräfte begünstigten alle Um-stände die Oesterreicher so sehr und hatten diese zudem eine so bedeu-tende Uebermacht (die österreichische Armee war zweimal so stark wiedie der Preussen), dass ein anhaltender Widerstand für die Preussen un-möglich schien: und doch wurde ein solcher geleistet.

Am 14. October vor Tagesanbruch und bei dichtem Nebel entspannsichim Walde, auf dem rechten Flügel der Preussen, zwischen Kroaten undpreussischen Jägern ein Geplänkel. Da solches nicht das erste Mal statt-fand, so schenkte man demselben im preussischen Lager zunächst weiterkeine besondere Beachtung: als jedoch das Gewehrfeuer heftiger wurde,sah man sich im preussischen Hauptquartier veranlasst nach dieser Rich-tung hin 3 Bataillone Grenadiere und unmittelbar nach diesen ein Regi-ment Infanterie zu beordern. In dichten Nebel eingehüllt stiessen diese