5. Der siebenjährige Krieg. 151
sehr gut combinirt, aber seine Ausführung wurde durch das unerwarteteErscheinen Friedrich's in Sachsen verhindert.'
Bei der ersten Marschbewegung, die Daun von Böhmen nach derLausitz ausgeführt hatte, ging der Markgraf Karl, den General Fouque mit9000 Mann bei Landshut zurücklassend, mit seiner Hauptmacht nachLöwenberg.
Friedrich Hess den General Dohua mit einem Truppencorps von ge-gen 19,000 Mann an der unteren Oder zurück und ging mit 21 Bataillo-nen und 48 Escadronen gegen 21,000 Mann) Anfang September in Eil-märschen von Küstrin über Müllrose, Beeskow und Lübben nach Reichen-berg, in der Nähe von Dresden, wo er am 11. September sich mit demDetachement Ziethen's und dem Corps des Markgrafen Karl, die dorthin,der Erste aus Lieberose und der Letztere aus Löwenberg gekommen wa-ren, vereinigte. Auf diese Weise hatte Friedrich bei Reichenberg 65 Ba-taillone und 113 Escadronen (gegen 42,000 Mann) concentrirt und mit-telst zweier Brücken, die bei Pillnitz, oberhalb Dresden , über die Elbegeschlagen worden waren, die Verbindung mit der Armee des PrinzenHeinrich hergestellt.
Nun Hess Daun die Ausführung seines gegen den Prinzen Heinrichprojectirten Angriffs fallen, sann nur noch auf Mittel zu seiner eigenenVertheidigung und nahm bei Stolpen eine sehr starke, fast unzugänglicheVertheidigungsposition ein. Inzwischen war zu dem Detachement De-ville's der General Hart mit seinem Detachement gestossen und beidebelagerten nun gemeinschaftlich die Festung Neisse.
§• 57.
Der Marsch Friedrich's von Eeiehenberg nach Bautzen. DieSchlacht bei Hochkireh.
Auf diese Weise hatten sich in der Gegend von Dresden gesammelt:gegen 68,000 Mann Preussen (26,000 Mann des Prinzen Heinrich aufdem linken und 42,000 Mann unter Friedrich's directem Befehl auf demrechten Eibufer) und diesen gegenüber die numerisch zweifach überle-gene Streitmacht der Alliirten, nämlich gegen 134,000 Mann (51,000Mann des Herzogs von Zweibrücken auf dem linken und 84,000 MannDaun's auf dem rechten Eibufer). Beide Parteien beschränkten sichwährend der zweiten Hälfte des Monats September darauf, sich gegenseitigzu beobachten. Daun, welcher die Communicationen Friedrich's mitOberschlesien, wo Neisse belagert wurde, in seiner Gewalt hatte und aufseiner linken Flanke mit der Armee des Herzogs von Zweibrücken sowieim Rücken mit seinen Magazinen in Zittau und Gabel ganz gesicherte