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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 149

Küstrin. Rumjanzoff zog sich eiligst aus Schwedt zunick und stiess zumGros der russischen Armee.

Beide Theile hatten in der blutigen Schlacht von Zorndorf grosseVerluste erlitten. Die Russen hatten 941 Generale, Stabs- und Ober-officiere und 20,600 Soldaten verloren, während die Preussen 324Generale,-Stabs- und Oberofficiere und gegen 11,400 Soldaten anTodten, Verwundeten uud Gefangenen eingebüsst hatten. Ausserdemverloren die Preussen 26 Geschütze und 19 Standarten und Fahnen, dieRussen aber 130 Geschütze, einen grossen Theil des leichten Trains unddie ganze Geldkasse.

Die Schlacht bei Zorndorf gereicht unstreitig den russischen Truppenebenso zur Ehre und zum Ruhme wie Friedrich und den preussischenTruppen. Die ersteren erwarben sich in derselben einen nicht geringernRuhm als derjenige gewesen wäre, wenn sie einen entschiedenen undglänzenden Sieg errungen hätten.

Der ausgezeichnete Angriffsplan Friedrich's, sein kühner und ent-schlossener Marsch auf die Communicationen der russischen Armee, seinegeschickten taktischen Anordnungen vor der Schlacht, die taktischeUeberlegenheit und Erfahrung der preussischen Truppen, besonders dervon Seydlitz befehligten Reiterei alle diese ungewöhnlichen Vortheile,die auf Seiten der Preussen lagen und die russische Armee mit gänzlicherNiederlage bedrohten, wurden durch die unerschütterliche und glänzendeTapferkeit, besonders aber durch die den russischen Truppen eigene un-gewöhnliche Standhaftigkeit und Ausdauer im Kampfe vollkommen aus-geglichen, was Friedrich, der diesen Eigenschaften der russischen Trup-pen gerechte Bewunderung zollte, zu dem Ausspruche veranlasste, dassdiese Leute (die Russen) leichter zu tödten als zu besiegen seien! DieSchlacht bei Zorndorf erhöhte in der Meinung Friedrich's die von ihmbis dahin wenig geachteten russischen Truppen und nicht ohne Grund:denn ohne den Verlust im Allgemeinen in Betracht zu ziehen. muss be-merkt werden. dass er in dieser Schlacht seine beste Infanterie verlor,ja, hätte er noch einige solche Siege erfochten, so würde er ganz ohneArmee geblieben sein.

§. 56.

Operationen in Sachsen, in der Lausitz und in Schlesien. Der

Marsch der Daun'sehen Armee und der Reichsarmee nach Sachsen.

Die Ankunft Friedrich's in Sachsen.

Als sich Friedrich aus Schlesien entfernt und an die Oder begebenhatte, befahl Daun, in der Absicht die russische Armee zu unterstützenund einen Theil der Streitkräfte Friedrich's von derselben abzuziehen