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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 147

indem er mit dem linken Flügel die Höhen von Quartsehen besetzte. Danun ein Angriff auf diesen Flügel, der an die Mietzel und an die Sümpfeyon Quartsehen stiess, nur schwer auszuführen war, so setzte Friedrichvom 24. auf den 25. August seinen Flankenmarsch links nach Zorndorffort, in der Absicht den rechten Flügel der Russen anzugreifen. Fermor,der stets die Fronte gegen die ihn flankirenden Preussen gerichtet habenwollte, zog seinen rechten Flügel allmälig zurück, beliess jedoch denlinken in seiner früheren Aufstellung. Auf diese Weise kamen die Russenzwischen die beiden tiefen Schluchten Galgengrund und Hofgrund zustehen und bildete ihre Aufstellung ein Viereck, dessen Seiten die Infan-terie formirte und dessen innerer Raum von der Reiterei und der leichtenRegimentsbagage ausgefüllt war. Ausserhalb dieses Vierecks befandensich die irregulären leichten Truppen. Die Position der Russen war nichtnur sehr beengt, sie hatte auch noch den Nachtheil. dass hinter ihremRücken das sumpfige Flüsschen Mietzel seinen Lauf hatte. Durch ihreAufstellung zwischen Wolkersdorf und dem Walde von Drewitz hattendie Preussen die Russen von ihren Communicationen mit Polen abge-schnitten.

Entschlossen, die Russen von Zorndorf her anzugreifen, stellte Fried-rich seine Armee in vier Treffen auf. Das erste war von 20 Bataillonenformirt und an der linken Flanke desselben befand sich die aus 8 Batail-lonen bestehende Avantgarde; das zweite Treffen war von 10 Bataillonengebildet. Die übrigen zwei Treffen, die den eigentlichen, ein wenig zu-rückgebogenen linken Flügel der Armee bildeten, bestanden aus demgrössten Theile der Reiterei (56 Escadronen) unter Seydlitz" Befehl. Aufdem rechten Flügel der Infanterie aber waren nicht mehr als 27 Esca-dronen Reiterei verblieben. Der Disposition Friedrich's gemäss hatteManteuffel mit der Avantgarde zuerst das rechte Ende des russischenVierecks anzugreifen und sollten die beiden Infanterietreffen den Angriffder Avantgarde in der Weise unterstützen, dass sie in schräger Ordnung,d. h. den linken Flügel vorschiebend, den rechten an Ort und Stelle be-lassend, zum Angriff übergingen, während die Reiterei die Aufgabe hatte,der Infanterie zu folgen und den Umständen entsprechend in das Gefechteinzugreifen. Mit einem Worte: Friedrich wollte die Russen in schrägerSchlachtordnung, zunächst also mit dem linken Flügel angreifen, wäh-rend der rechte in seiner Stellung verbleiben sollte. Aus diesem Grundewaren auf dem linken Flügel 20 Bataillone, 56 Escadronen und 100 Ge-schütze (60 schwere und 40 Regimentsgeschütze) disponirt worden.

Am 25. August morgens 9 Uhr schritt Manteuffel zur Ausführungdes ihm anbefohlenen Angriffs; die beiden Treffen der Infanterie jedoch,anstatt der Avantgarde nachzufolgen, bildeten mit derselben eine Linieund beraubten sie dadurch ihrer wirksamen Stütze. Die Avantgarde

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