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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 137

Betracht gezogen wurden, bestand darin, die Hauptmacht der hanno-verschen Armee über die untere Weser direct gegen den linken Flügelder Franzosen zu schicken, sie das linke Weserufer aufwärts marschivenzu lassen und dadurch die französische Armee zum Rückzüge zu zwin-gen. Die Ausführung dieses Unternehmens sollte der Prinz Heinrich inSachsen durch gegen das Centrum der französischen Armee gerichteteOperationen unterstützen.

In Folge dessen marschirte im Februar der Herzog von Braun-schweig mit seiner Hauptmacht von Lüneburg nach Verden und über-schritt , nachdem Detachements seiner Armee sich Verdens und Hoya'sbemächtigt hatten, bei Alden die Aller, während der Prinz Heinrich überHalberstadt an die Ocker marschirte. Gleich beim Beginn dieser Opera-tionen räumte St. Germain, aus Furcht von der Hauptmacht abgeschnit-ten zu werden, Bremen und zog sich nach Osnabrück zurück, währendClermont-Conde" (der bereits den Herzog von Richelieu ersetzt hatte), inder Front vom Prinzen Heinrich und am linken Flügel vom Herzog vonBraunschweig bedroht, ganz Hannover räumte und seine Truppen beiMinden und Hameln concentrirte. Bei diesem Rückzuge verlor Clermont-Conde alle in Hannover errichteten Magazine, viele Trainwagen undeinige Tausend Mann, die theils in Gefangenschaft geriethen, theils deser-tirt waren.

Der Prinz Heinrich bemächtigte sich nach einander aller hannover-schen Städte, während der Herzog von Braunschweig, der auch vielePunkte an der unteren Weser und die Festung Nienburg erobert hatte,auf beiden Seiten der Weser entlang nach Minden marschirte. Clermont-Conde, der, obgleich er über ein Heer von 65,000 Mann verfügte, demKampfe auswich, beliess in Minden eine Garnison, concentrirte seineTruppen bei Hameln und blieb hier die ganze Zeit in Unthätigkeit. bisder Herzog von Braunschweig Minden belagerte. Ende März, als Mindenerobert worden war, zogen sich Clermont-Conde und St. Germain, ausFurcht vom Rhein abgeschnitten zu werden, mit solcher Eile und in sol-cher Unordnung dorthin zurück, als wenn sie die grösste Niederlage er-litten hätten. Auf dem Wege zogen sie die Garnison von Münster ansich und gingen bei Wesel auf das linke Rheinufer über: auf dem rechtenRheinufer verblieb in Frankfurt, Hanau und an der Lahn nur das CorpsBroglio's, das den rechten Flügel der französischen Armee bildete. DerHerzog von Braunschweig besetzte Münster und Hess seine Armee in derUmgebung dieser Stadt Quartiere beziehen, während der Prinz Heinricbmit allen seinen Truppen nach Sachsen zurückkehrte.

Das Resultat dieses kurzen Feldzuges des Herzogs von Braunschweig(den Friedrich mit dem glänzenden Feldzuge Turenne's im Jahre 1674vergleicht) war für Friedrich und seine Bundesgenossen vortheilhafter