124 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
eines Flankenmarsches nach rechts zu den Dörfern Lobetitz und Sae-schütz hin. Die seitwärts marschirende Avantgarde deckte diese Bewe-gung . während eine längs der Marschrichtung sich hinziehende Hügel-kette sowie dichter Nebel dieselbe vollständig vor den Oesterreichernverbargen. Um die Mittagsstunde nahm die preussische Armee zwi-schen den Dörfern Lobesinz und Striegwitz, in schräger Richtung zurGefechtslinie der Oesterreicher, Stellung. Die Avantgarde unter demBefehle des Generals Wedel kam nach Sagschütz, griff die TruppenNadasdi's an, warf dieselben, verdrängte sie aus dem Walde und demOrte Sagschütz, nahm ihnen die Artillerie, zwang sie zum Rückzügeund, ihren Marsch nach rechts fortsetzend, umfasste sie den linken Flü-gel der Oesterreicher nach und nach immer mehr. Daun war, da er dieReserve auf den rechten Flügel beordert hatte, gezwungen, zur Verstär-kung Nadasdi's einen Theil der Truppen aus dem zweiten Treffen deslinken Flügels zu entnehmen. Aber diese Truppen wurden nach Massgabeihrer Annäherung von den überlegenen Streitkräften der Preussen in derFronte und sogar (von der Avantgarde) im Rücken angegriffen, in denFlanken umfasst und inTheilen geschlagen. Nach vergeblichen Anstren-gungen waren die Oesterreicher gezwungen, sich perpendiculär zu ihrerfrüheren Gefechtslinie, mit dem Centrum bei Leuthen, aufzustellen.Friedrich griff nun mit der Infanterie Leuthen und mit seiner Reiterei aufbeiden Flügeln die österreichische Reiterei an. Nach hartnäckigem undblutigem Kampfe wurde die letztere geworfen und die Infanterie ausLeuthen verdrängt. Diese versuchte aufs Neue sich aufzustellen undhinter diesem Dorfe zu halten, wurde aber in der Fronte und den Flankenvon den Preussen angegriffen und abermals geworfen. Da ergriff die öster-reichische Armee, nachdem sie 6000 Mann an Todten und Verwundetenund 21,500 Mann an Gefangenen verloren hatte, die Flucht und ging inUnordnung über den Fluss Weistritz nach Breslau zurück. Nur Na-dasdi allein hielt einige Ordnung aufrecht und deckte ziemlich gut denRückzug oder, besser gesagt, die Flucht der Oesterreicher.
Friedrich, der gegen 6000 Mann verloren hatte (nach Einigen mehr.nach Anderen weniger) , marschirte am Abend nach der Schlacht mitseiner Armee bis Lissa. Er hätte die geschlagene österreichische Armeevernichtet: da er jedoch nur 26,000 Mann hatte, die zudem durch denMarsch von Neumarkt und durch den heissen Kampf auf das Aeussersteerschöpft waren. beschränkte er sich darauf, den General Ziethen mit11 Bataillonen und 65 Escadronen zur Verfolgung den Oesterreichernnachzuschicken. Am folgenden Tage marschirte er selbst nach Breslau.Der Prinz von Lothringen zog sich mit dem Reste seiner Armee nachSchweidnitz zurück, beging aber vorher noch den'bedeutenden Fehlerin Breslau 17.000 Mann (darunter alle Kranken seiner Armee) zurück-