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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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120 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

umgehen. Voran schritt ein -grosser Theil Reiterei, hinter derselhendie Infanterie in drei Marscheolonnen, und endlieh der übrige Theil derReiterei. Da die Rückzugslinie der Verbündeten parallel der Fronte derpreussischen Aufstellung lief, so glaubte Friedrich anfangs, dass dieVerbündeten sich zurückzögen und wollte schon deren Arrieregarde an-greifen ; sobald er aber von der wirklichen Absicht seiner Feinde sichüberzeugt hatte, benutzte er in geschickter Weise deren Unbeholfenheitim Manövriren und ihre Unfähigkeit, den von ihnen gewählten schwie-rigen Marsch auszuführen, sowie die Vortheile, welche das Terrain denEvolutionen seiner Truppen darbot. Friedrich liess auf dem Janusbergeeine Batterie von 18 schweren Geschützen auffahren, sammelte seineganze Reiterei, stellte dieselbe unter Seydlitz's (eines seiner jüngsten Ge-nerale) Befehl, hiess sie hinter einem Höhenzuge unbemerkt nach demim Rücken seines linken Flügels gelegenen Orte Busendorf marschirenund folgte derselben selbst mit der in zwei Colonnen marschirenden In-fanterie. Kaum war die Reiterei der Verbündeten, welche den VörträDbildete und sich auf einen bedeutenden Vorsprung von der ihr folgendenInfanterie entfernt hatte, dem Janusberge näher gekommen, als sie vomheftigen Feuer der grossen preussischen Batterie empfangen, gleichdarauf ganz unerwartet von der ganzen unter Seydlitz stehenden preussi-schen Reiterei mit grosser Vehemenz angegriffen und, noch ehe sie sichaufstellen konnte, auf ihre Infanterie zurückgeworfen wurde, die dadurchin Unordnung gerieth. Unterdessen war Friedrich schon mit der Infan-terie angelangt und hatte die feindlichen Bataillone in der Fronte an-gegriffen : zu gleicher Zeit wurden dieselben vom Prinzen Heinrich vonPreussen in der Flanke und von Seydlitz im Rücken gefasst. Die aufsolche Weise von drei Seiten angegriffene Infanterie der Verbündeten,der es nicht möglich war, sich unter dem Feuer der. preussischen Artil-lerie zu entwickeln und aufzustellen, wurde geworfen, versuchte in ge-schlossenen tiefen Colonnen (System Folard) zum Angriff überzugehen,doch immer verheerender war die Wirkung, die das feindliche Artillerie-feuer auf ihre Reihen ausübte; sie wurde von Neuem geworfen und, vonSchrecken erfasst, ergriff sie in voller Auflösung die Flucht. Mit Unge-stüm von Seydlitz' Reiterei verfolgt, wurde ihre Niederlage eine um sogrössere, als ihre Rückzugslinie, wie schon oben erwähnt, mit der Fronteder preussischen Aufstellung parallel lief. Ihre Niederlage würde nochbedeutender geworden sein, wennSeydJitz nicht verwundet worden wäre.Die ganze Schlacht währte nicht länger als eine halbe Stunde, und vonder ganzen preussischen Armee betheiligten sich am Kampfe nur dieReiterei und 7 Bataillone Infanterie; nichts desto weniger war die Armeeder Verbündeten auf's Haupt geschlagen, hatte 700 Mann an Todten,2000 Mann an Verwundeten und 5000 Mann an Gefangenen, im Ganzen