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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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118 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Angelegenheiten Friedrich's in Schlesien nahmen trotz alledemeine sehr gefährliche Wendung: fast ganz Schlesien war in der Gewaltder Oesterreicher, die Verbindung Friedrich's mit den oberschlesischenFestungen unterbrochen und in Unterschlesien war nur ein fester Platz,Glogau, den Preussen geblieben.

§ 43.

Die Streifzüge der Oesterreicher nach Berlin. Der Marsch Soubise's

nach Leipzig und sein Eüekzug vor Friedrich. Die Schlacht bei

Rossbaeh (6. November).

Während der Herzog von Bevern, von den Oesterreichern gedrängt,sich nach Breslau zurückzog und Friedrich mit seiner schwachen Armeein Thüringen bequartiert war, wollten die Verbündeten, die es noch nichtwagten, entschieden vorzugehen, ihr Glück in untergeordneten Opera-tionen versuchen. Der Herzog von Richelieu eutsandte ein Truppendetache-ment durch die hessischen Besitzungen nach Langensalza, im RückenFriedrich's, und der Prinz von Lothringen, den Weg nach Brandenburgganz offen sehend, und von dem Wunsche beseelt, im Herzen Preussensselbst Schrecken zu verbreiten, gab Haddik, der in der Lausitz stand, denBefehl, mit einem Detachement leichter Truppen Berlin zu überrumpeln.Die Preussen erfuhren noch, dass dem General Marschall der Befehl er-theilt worden war, Haddik zu folgen. In Folge dessen marsckirte derPrinz Moritz nach Torgau, und Friedrich, der alle diese Operationen derVerbündeten um so mehr fürchtete, als er vermuthete, dass dieselbenmit den Operationen der Schweden im Zusammenhang ständen, gingwieder auf das rechte Saalufer zurück, liess Keith mit einigen Bataillo-nen (gegen (5000 Mann) in Leipzig stehen und beeilte sich mit den übri-gen Truppen zu dem Prinzen Moritz zu stossen , der sich schon auf demMarsche von Torgau nach Berlin befand. Indessen beschleunigte Haddikseinen Marsch, kam ungehindert nach Berlin, erhob dort 200,000 ThalerKriegscontribution und kehrte sofort wieder in die Lausitz zurück; Mar-schall aber hatte die Lausitz gar nicht verlassen.

Als Friedrich erfahren hatte, dass Haddik Berlin wieder verlassen,nahm er sofort die östliche Marschrichtung nach Annaberg, um Haddikabzuschneiden; Letzterem aber gelang es, den Preussen auszuweichen,und Friedrich wandte sich daher nach Herzberg, um dort das Eintreffendes Prinzen Moritz abzuwarten. Er wusste nicht, wohin er sich zuerstwenden sollte, nach Thüringen gegen den Marschall Soubise, oder nachSchlesien gegen die Oesterreicher, die sich gerade anschickten, Schweid-nitz zu belagern. Da traf von Keith der Bericht ein, dass Soubise, ver-stärkt durch das-Corps Broglio's, gegen Leipzig heranrückte, und sein