114 HI- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Pegau, ging bei Kosen am 11. September über die Saale und rückte bisnacb Erfurt vor. Soubise zog sich bei Friedrich's Annäherung zunächstnach Gotha und bald darauf nach Eisenach zurück: Friedrich aber wagtees mit seinen schwachen Streitkräften nicht, sich von der Elbe und Saalezu entfernen und beschränkte sich auf die Einnahme von Erfurt. Darauf-hin theilte er, in Folge geheimer Verhandlungen mit dem Herzog vonRichelieu, der versprochen hatte, in diesem Jahre keinen Einfall in diepreussischen Besitzungen zu machen, seine kleine Armee in drei Theile:den Herzog Ferdinand von Braunschweig schickte er mit 3000 Mannnach Magdeburg, scheinbar zur Beobachtung der Armee des Herzogs vonRichelieu; den Prinzen Moritz mit 6000 Mann nach Leipzig zur Beobach-tung des in der Lausitz (in Bautzen) stehenden 15,000 Mann starkenösterreichischen Armeecorps des Generals Marschall, und mit dem nichtüber 11,000 Mann betragenden Reste seiner Armee blieb er selbst vorErfurt, gegenüber der französischen und der deutschen Reichsarmee,während 20 Escadronen unter Seydlitz's Befehl als Avantgarde in Gothastanden.
Soubise wollte die preussische Avantgarde abschneiden und, mit6000 Mann Infanterie, 4000 MannReiterei und 4 Geschützen gegen Seyd-litz heranrückend, nöthigte er ihn zum Rückzuge und besetzte Gotha.Seydlitz aber kehrte, nachdem er ein Dragonerregiment als Verstärkungerhalten, sofort nach Gotha zurück. Seine plötzliche Ankunft beunruhigtedie Franzosen auf's Aeusserste. In der festen Meinung, dass Friedrichmit seiner ganzen Armee Seydlitz folge, räumten sie eiligst Gotha undstürzten in grösster Unordnung nach Eisenach, den grössten Theil ihresTrains im Stiche lassend. Unter den schwierigen Umständen, in denensich Friedrich befand, war es für ihn ein wahres Glück, dass er auf die-ser Seite solche Gegner wie die Franzosen vor'sich hatte. In der Hoff-nung, dass Soubise sobald nichts Wichtiges unternehmen würde, zog ersich nach Butte] stedt zurück und Hess seine Truppen Quartiere beziehen.
§ 42.Operationen in Schlesien : der Marsch des Herzogs von Bevern undder ihm folgenden gesammten österreichischen Armee nach Breslau. —Die Belagerung von Schweidnitz. — Die Schlacht bei Breslau (am
22. November).
Als Friedrich von Bernstadt sich entfernt hatte, zog sich der Herzogvon Bevern zur besseren Sicherstellung seiner Communicationen mit Ober-schlesien mit 44,000 Mann seiner Truppen nach Görlitz zurück und stelltesich in der Nähe dieser Stadt im verschanzten Lager auf dem BergeLandskrone auf, während er Winterfeldt den Befehl ertheilte, mit zehn