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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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4. Der siebenjährige Krieg. 111

gewählt worden sei, um die Truppen bequemer verproviantiren zu kön-nen. Die erstere Meinung ist begründeter und wahrscheinlicher.

§.39.

Der Marsch der österreichischen und der preussischen Armee nach

Schlesien. Operationen in Schlesien.

Die preussische Armee wartete gegen drei Wochen ruhig in ihrerStellung ab, bis die Oesterreicher einen neuen Operationsplan entworfenhatten. Da entschlossen sich die letzteren endlich, dem Prinzen Wilhelmvon Preussen entgegenzurücken, seinen linken Flügel durch einen Marschnach Zittau zu umgehen und ihn dadurch zum Rückzug zu zwingen. Zudiesem Behufe ging die österreichische Hauptmacht, nachdem Nadasdymit einem Truppencorps gegen Friedrich detachirt worden war, langsamnach Hühnerwasser. Von hier wurde der General Makir mit einem be-deutenden Truppencorps nach Gabel, das von nur 4 preussischen Batail-lonen besetzt war, abgeschickt. Derselbe eroberte diesen Ort und unter-brach dadurch die directe Communication des Prinzen von Preussen mitZittau, wo sich grosse preussische Magazine befanden. Daraufhin rücktedie ganze österreichische Armee nach Zittau vor. Der Prinz von Preussenversuchte, ihr durch einen Seitenmarsch über Kamnitz, Kreibitz undRumburg zuvorzukommen und es gelang ihm sogar früher als die Oester-reicher in Zittau einzurücken: aber diese hatten schon die sehr wichtige,die Stadt beherrschende Anhöhe Eckartsberg besetzt, eröffneten am fol-genden Tage gegen Zittau ein Bombardement, steckten dasselbe in Brandund machten, nachdem sie von verschiedenen Seiten in die Stadt ein-gedrungen, zwei preussische Bataillone zu Gefangenen. Prinz Wilhelmrettete zwar einen grossen Theil der in den Magazinen befindlichen Vor-räthe, aber seine Armee flüchtete in der grössten Unordnung über Löbaunach Bautzen. (Dieser Rückzug zog dem Prinzen von Preussen die Un-gnade Friedrich's zu und war die Ursache seines frühen Todes.) AlsFriedrich von der Eroberung Zittau's Kunde erhalten und die Nothwen-digkeit Böhmen zu räumen eingesehen hatte, marschirte er von Leitme-ritz nach Pirna, Hess dort den Prinzen Moritz mit 15 Bataillonen und40 Escadronen, um Dresden gegen etwaige Angriffe der österreichischenGenerale Laudon und Draskowitsch zu schützen, zurück und eilte selbstmit seinen übrigen Streitkräften nach Bautzen, um sich mit seiner Armeezu vereinigen. Er hatte die Absicht, die Oesterreicher sofort anzugreifen:aber in seiner Armee war nach den erlittenen Unfällen das Proviant-wesen in solcher Unordnung, dass Friedrich zur Wiederherstellung derOrdnung und Beschaffung neuer Verpflegungsmittel gezwungen war. ge-gen 14 Tage in Unthätigkeit zu bleiben. Daraufhin, als er sah, dass die