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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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1 ]0 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des IS. Jahrhunderts.

§.38.Die Aufstellung Friedrieh's bei Leitmeritz und Böhmisch-Leipa.

Die Niederlage Friedrieh's bei Kolin machte seine Lage um soschwieriger und gefährlicher, als zur selben Zeit die BundesgenossenOesterreichs ihre Kriegsoperationen bereits begonnen hatten und vonallen (Seiten sich den Grenzen Preussens näherten. Während in Böhmen70,000 Mann preussischenTruppen circa 110,000 Mann Oesterreicher ent-gegenstanden , marschirten 80,000 Mann russische Truppen nach Ost-preussen. bedrohten 17,000 Schweden Pommern, operirten 100,000 ManuFranzosen, die vorher Westfalen eingenommen, gegen Friedrieh's Ver-bündete , und marschirten endlich die vereinigten Armeen Soubise'sund des deutschen Reiches nach Sachsen. Europa erachtete schon dasGeschick Preussens für fast entschieden und die besten preussischenGenerale glaubten schon, dass Alles verloren sei; aber Friedrich liessden Muth nicht sinken und diese Unverzagtheit war seine Retterin. Erbeschloss, so lange als möglich in Böhmen zu bleiben, dort seine Armeezu unterhalten und so Sachsen zu schonen. Die Verwirklichung diesesVorhabens wurde ihm durch die bis ans Aeusserste gehende Unentschlos-senheit und Vorsicht der österreichischen Heerführer ungemein erleichtert.Dieselben benahmen sich in der That so, als hätten sie selbst eine Nieder-lage erlitten: anstatt daran zu denken, wie sie den von ihnen erkämpftenSieg ausnutzen sollten, waren sie vielmehr darauf bedacht, sich vor Fried-rich zu sichern. Solche Gegner waren für Friedrich nicht gefährlich.Mit fliegenden Fahnen und unter klingendem Spiel, mehr Sieger als Be-siegter, hob er (am 20. Juni) die Blokade von Prag auf und zog, mittenam Tage, von dem rechten Moldauufer ab, ging bei Brandeis über dieElbe und vereinigte sich in Lissa mit den Trümmern der bei Kolin ge-schlagenen Armee (nicht mehr als 20.000 Mann). Nachdem er denPrinzen Wilhelm von Preussen mit 52 Bataillonen und 83 Escadronennach Jung-Bunzlau und von dort bald darauf nach Böhmisch-Leipa -ab-geschickt hatte, marschirte er selbst mit den übrigen Truppen über Mel-nik nach Leitmeritz, wo er ein Lager auf dem rechten Eibufer bezog.Dort traf auch das Keith'sche Corps von Prag ein, in Folge dessen Fried-rich dortselbst über 50 Bataillone und 83 Escadronen verfügte. Nach derAnsicht Tempelhofs beabsichtigte Friedrich durch seine Aufstellung beiLeitmeritz und Böhmisch-Leipa Sachsen und Schlesien zu decken und zu-gleich die Vereinigung der österreichischen Hauptarmee mit der ArmeeSoubise's und den deutschen Reichstruppen zu verhindern; Lossau hin-gegen ist der Meinung, dass diese Aufstellung einzig aus dem Grunde