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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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106 IH- Kriege in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Grenadiere mit dem Pallasch in der Hand (da sie keine Bajonnete hatten)die preussische Infanterie bis an den Teich von Dubec; da verstärkteaber Schwerin die letztere durch einen Theil der Infanterie des zweitenTreffens und führte sie persönlich zum Angriff vor, und wenngleich erfiel, so warf doch die von ihm ermuthigte Infanterie die österreichischezurück und brachte dieselbe in Unordnung, die noch grösser wurde, alsdie geschlagene und fliehende österreichische Reiterei mit ihrer Infan-terie in ein Durcheinander gerieth.

Zur selben Zeit benutzte Friedrich die Intervalle, die sich zwischendem Centrum und dem rechten Flügel der österreichischen Armee gebil-det hatte, um dorthin die Truppen seines rechten Flügels zu beordernund sich des ausspringenden "Winkels der feindlichen Gefechtslinie zu be-mächtigen. Dadurch schnitt er den linken Flügel und das Centrum derOesterreicher von ihrem geschlagenen rechten Flügel gänzlich ab undzwang so den Feind, der sich fürchtete, von Prag abgeschnitten zu wer-den, sich eiligst nach Prag zu werfen.

Den Oesterreichern kostete diese Schlacht nicht weniger als 13,400Mann und 200 Geschütze und nur 40,000 Mann stark rückten sie in Pragein. Hier versuchten sie zuerst dem linken und dann dem rechten Moldau-ufer entlang ihren Rückzug zu bewerkstelligen, wurden aber auf demlinken Ufer von Keith und auf dem rechten durch die Truppen des lin-ken Flügels der preussischen Armee an der Ausführung ihres Vorhabensgehindert. Nur dem Reste des geschlagenen österreichischen rechtenFlügels (gegen 16,000 Mann) gelang es, nach Beneschau zu entkommen.Die Preussen, die im Kampfe gegen 12,000 Mann verloren hatten, blo-kirten nun Prag zu beiden Seiten der Moldau.

Wie entscheidend auch der von Friedrich erfochtene Sieg war, soentsprachen die Folgen desselben jedoch nicht allen Voraussetzungen desursprünglichen Feldzugsplanes. Friedrich hoffte bei Prag die feindlicheArmee vernichten und Oesterreich dadurch zum Frieden zwingen zukönnen. Seine Angriffsdispositionen, besonders die Umgehung des rech-ten Flügels der Oesterreicher, die dieselben von ihrer Verbindung mitMähren abschnitt, die Zurücklassung Keith's auf dem linken Moldauuferund der dem Prinzen Moritz (vom Keith'schen Corps) ertheilte Befehl, dengeschlagenen Oesterreichern den Rückzug abzuschneiden, mussten Fried-rich einen entschiedenen Sieg sichern. Aber die unnütze Eilfertigkeit, mitwelcher zum Angriff geschritten wurde, die falschen Nachrichten überdie Oertlichkeiten und Entfernungen, endlich die Unerfahrenheit einigerGenerale gaben der Schlacht eine ganz andere Wendung. Da also Fried-rich statt der ganzen österreichischen Armee nur den rechten Flügel unddas Centrum derselben geschlagen hatte, sah er sich in dieNothwendigkeitversetzt, 40,000 Mann österreichische Truppen in Prag zu blokiren, die