4. Der siebenjährige Krieg. 1 05
durch eine zwischen Keige und Hlupotin postirte Batterie gedeckt war:vor dem Bache aher waren einige Bataillone aufgestellt, die jedoch garkeine Hilfe von dem Gros erwarten konnten. Die Artillerie war längsder Gefechtslinie so aufgestellt, dass sie das ganze vor ihr liegende Ter-rain mit einem Kreuzfeuer bestreichen konnte.
Die Befürchtungen des Prinzen von Lothringen für seinen rechtenFlügel erwiesen sich als sehr begründet. Friedrich, der sich von der Un-zugänglichkeit des feindlichen Centrums und linken Flügels überzeugthatte, entschloss sich um so eher zur Umgehung des rechten Flügels derOesterreicher, als er durch diese Bewegung auf die Communicationen desPrinzen von Lothringen mit Mähren und mit Daun gelangte. In dreiTreffen aufgestellt, rückte die preussische Armee, um den Feind zu um-gehen, mit dem linken Flügel vor, wobei die Infanterie eine sumpfigeGegend zu passiren hatte, die bei der Recognoscirung von Schwerin füreine trockerie Wiese gehalten worden war ; Reiterei und Artillerie hiel-ten sich etwas mehr links.
Die Oesterreicher, welche an diesem Tage keinen Angriff erwarte-ten , bemerkten den Umgehungsmarsch der preussischen Armee erst indem Augenblicke, als die Spitzen der preussischen Colonnen schon ausNieder-Potscherewiza herauskamen. Der Prinz von Lothringen führte so-fort die Reiterei des linken Flügels auf den rechten über und befahl derganzen Reiterei sich in drei Treffen auf der Ebene hinter dem DorfeMicholup aufzustellen. Die Infanterie, aus dem Lager ausgerückt, ver-mochte noch rechtzeitig die hinter dem Dorfe Stcrbohol befindlichenAnhöhen zu besetzen.
Inzwischen hatte die Infanterie des preussischen linken Flügels, diemit Mühe die Niederung zwischen Nieder-Potscherewiza und dem Teichevon Zastawitz passirt hatte, zweimal die Infanterie des österreichischenrechten Flügels angegriffen, aber das heftige Kartätschenfeuer der Oester-reicher brachte sie in solche Verwirrung, dass sie sich bis an den Du-becer Teich zurückziehen musste. Zur selben Zeit griffen die vomFürsten Schöneich geführten 65 Escadronen preussischer Reiterei, diesich beim Vorrücken mehr links als die Infanterie gehalten halten, dievom Reitergeneral Haddik befehligte österreichische Reiterei an; aberihr dreimaliger Angriff scheiterte gänzlich, bis endlich der Oberst Varneri,der mit 5 Escadroneii Husaren noch weiter linksab als Schöneich vor-gerückt war, die österreichische Reiterei in der Flanke packte und Schön-eich, nachdem er Verstärkungen erhalten, einen neuen Frontangriff aus-führte. Da ward die österreichische Reiterei geworfen und gänzlich gesell la-gen ; bei ihrem Rückzuge gerieth ein Theil derselben in die rechte Flankeibrer eigenen Infanterie und brachte sie in Verwirrung, der andere Theilschlug sich nach ZabMilice. Unterdessen verfolgten die österreichischen