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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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104 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

§. 36.Die Schlacht bei Prag (6. Mai).Als Friedrich erfahren hatte, dass an den Feldrnarschall GrafenDaun, dem nach Piccolomini's Tode der Oberbefehl über die in Mährenbefindlichen Truppen anvertraut worden, war, der Befehl ergangen, demPrinzen von Lothringen nach Prag zu Hilfe zu eilen, beschloss er demLetzteren vor Ankunft Daun's eine Niederlage beizubringen. Er beliesszur Sicherung seiner Communication mit Sachsen den Marschall Keithmit 22,000 Mann auf dem linken Moldauufer, befahl Schwerin vonBrandeis nach Prag zu gehen, und überschritt selbst, an der Spitze von16,000 Mann (20 Bataillone und 40 Escadronen), am 5. Mai bei Podbab,unterhalb Prag die Moldau. Am Morgen des darauffolgenden Tages ver-einigte er sich mit Schwerin in der Nähe des Dorfes Strzesikow, fast an-gesichts des österreichischen Heeres, welches, in einer starken Positionlagernd, anscheinend Friedrich volle Freiheit im Manövriren gewährte.Die Streitkräfte des preussischen Heeres beliefen sich auf 63,000 Mann{64 Bataillone und 123 Escadronen) , während die des österreichischensich auf 70,000 Mann (64 Bataillone und 127 Escadronen) beliefen. Dieösterreichische Armee war in mehreren Treffen aufgestellt, stiess mit demlinken Flügel an den Ziskaberg und mit dem rechten an das Dorf Keige.Ihre Fronte war von einem Bache gedeckt, der durch einen sumpfigenHohlweg fliesst und dessen nach Norden gelegene hohe und steile Uferfast unzugänglich sind; die Schlachtlinie selbst aber befand sich aufeiner Höhenkette, die sich von Prag bis Zittorsas erstreckt. Weiter ab, vonKeige bis zum Dorfe Micholup, senken sich diese Höhen allmälig und ver-schwinden endlich, so dass zwischen Sterbokol und Dubec das Ter-rain zu Operationen der Reiterei sich eignete. Die Gegend zwischen Keigeund Micholup war durch eine vor derselben liegende Reihe von Teichenund sumpfigen Niederungen, die unter einander durch einen Bach ver-bunden waren, gedeckt. Oberhalb des Dorfes Keige befanden sich zwi-schen den mit Schilf bedeckten Teichen einige Dämme, welche die Com-munication zwischen den zu beiden Seiten des Baches gelegenen Dörfernvermittelten, und einige Fussstege, die nur von einzeln hinter einandergehenden Passanten benutzt werden konnten. Nach dem damals allge-mein angenommenen Brauch stellten die Oesterreicher ihre Infanterie imCentrum und ihre Reiterei an den Flügeln auf, obgleich die letztere mitNutzen auf dem linken Flügel gar nicht verwendet werden konnte. AusFurcht am rechten Flügel unigangen zu werden, zog der Prinz von Loth-ringen seineu rechten Flügel zurück [en potence) , so dass der aussprin-gende Winkel der Gefechtslinie auf den zwischen Keige und Maltitz be-findlichen Höhen lag. wo derselbe durch aufgeworfene Erdschanzen und