102 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
der Fürst Aremberg auf diesem Punkte seine Truppen concentrirte, zogsich der Prinz im Flankenmarsche links nach Kommotau und von damarschirte er über Brüx und Bilin nach Laun, wo er mit Friedrich zu-sammentraf, der inzwischen fast ungehindert das Gebirge überschrittenhatte. Von Laun aus marschirte Friedrich mit den beiden vereinigtenCorps die Eger entlang, überschritt dieselbe bei Koschtitz und, die linkeFlanke Browne's, der Budin besetzt hielt, bedrohend, zwang er denselbenzum Rückzüge nach Prag, wohin auch das mit Browne kaum vereinigteCorps des Fürsten Aremberg sich zurückzog. Nachdem Friedrich sicheines grossen Magazins in Budin bemächtigt und die dort befindlicheBrücke zur Erleichterung der Proviantzufuhr auszubessern befohlen hatte,marschirte er hinter den Oesterreiehern her, traf am 2. Mai vor Prag einund stellte sich, beide Flügel an.die Moldau lehnend, oberhalb und unter-halb der Stadt auf, während die Oesterreicher, nachdem sie durch Pragmarschirt waren, ein Lager auf dem rechten Ufer der Moldau bezogen.Unterdessen war der Herzog von Bevern mit dem Corps des linkenCentrums (18,000 Mann stark) auf seinem Marsche von Zittau über Kratzauund Parzdorf in der Nähe von Reichenberg auf das Gros des 17,000 Mannstarken Königseck'schen Corps gestossen, das in einem tiefen Thale desFlusses Neisse in starker, auf dem rechten Flügel und im Centrum un-zugänglicher Position aufgestellt war. Der rechte Flügel der TruppenKönigseck's stiess an Reichenberg und der linke an bewaldete, aber demAngriffe zugängliche Höhen. Die Ebene zwischen dem Centrum und demlinken Flügel war von der Reiterei, die sich in drei Treffen aufgestellthatte, eingenommen und die eben erwähnten Höhen auf dem linken Flü-gel waren von einigen Bataillonen Infanterie besetzt. Die Preussen wa-ren hinter dem sumpfigen Bache so nahe an den Feind gerückt, dass esihnen gar nicht möglich war, auf das andere Ufer überzugehen und sichunter dem feindlichen Feuer in Reih und Glied aufzustellen. Daher griffdenn auch der Herzog von Bevern zuerst den rechten Flügel der Oester-reicher an und, denselben auf diesem Punkte festhaltend, Hess er seineReiterei gegen die der Oesterreicher vorgehen. Aber seine zu wiederhol-ten Malen erneuerten Angriffe blieben stets- erfolglos, weil seine Reitereibei ihren Attaken dem Kreuzfeuer der im Centrum und auf dem linkenFlügel im Walde aufgestellten feindlichen Infanterie ausgesetzt war.Nun griff der Herzog von Bevern mit seiner Infanterie diesen Wald an,verdrängte die Oestereicher aus demselben und nachdem er ihn besetzt,zwang er durch das Gewehrfeuer seiner Infanterie die österreichischeReiterei zum Rückzuge. Die Gelegenheit benutzend, führte er seinenganzen rechten Flügel auf den von der österreichischen Reiterei verlas-senen Platz über, stellte sich auf dem Flügel, zum Theil sogar im Rückender Sehlachtlinie der Oesterreicher auf und besetzte die dominirenden