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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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100 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Schlesien zuvorkommen und theilte zu diesem Beliufe seine Armee invier Corps, von denen er eines, unter dem Befehle des Fürsten Aremberg,auf dem linken Flügel in Eger, das andere, stärkste, unter seiner per-sönlichen Führung stehende in Budin, das dritte, vom Grafen Königseckbefehligte in ßeichenberg und das vierte, vom Grafen Serbelloni (wel-chen später Fürst Piccolomini und Graf Daun ersetzten) befehligte aufdem rechten Flügel in Mähren aufstellte. Ganz in der Nähe der GrenzenSchlesiens und Sachsens wurden Magazine errichtet, welche die Armeedrei Monate lang verproviantiren konnten. Der von Browne entworfenePlan der Offensivoperationen war sehr gründlich und gut, weil er denKrieg von den österreichischen Erblanden fernhalten, den Geist der Trup-pen heben und die Verbündeten Oesterreichs zu schnellerer Hilfeleistunganspornen sollte. Browne hätte nur seine Armee mehr concentrirenmüssen. Leider vertraute das Wiener Cabinet bald darauf den Oberbefehlüber die Armee anstatt Browne dem Prinzen Karl von Lothringen an undbestimmte, dass die Armee, anstatt die Offensive zu ergreifen, sich aufdie Defensive so lange beschränken sollte, bis die Armeen der Bundes-genossen ins Feld rücken würden. Alsdann sollte von allen Seiten überPreussen hergefallen werden, die österreichische Armee sollte in Sach-sen, die russische in Ostpreussen, die schwedische in Pommern, die fran-zösische in Westfalen und in das zu Preussen stehende KurfürstenthumHannover, die Reichsarmee hingegen in die Mark Brandenburg selbsteinrücken.

Trotz der Abänderung der Hauptgrundzüge des Feldzugsplanes än-derte der Prinz von Lothringen weder die Aufstellung der Armee, nochtraf er eine andere Anordnung hinsichtlich der in der Nähe der Grenzenzu Offensivzwecken etablirten Magazine und beging dadurch einen grossenFehler.

Friedrich seinerseits, in Anbetracht des Umstandes, dass Oesterreichihm allein, ohne Verbündete gegenüber stand, aber auch in Betrachtziehend, dass, wenn alle verbündeten Armeen ins Feld rückten, er noth-wendig seine Streitkräfte theilen müsste und so auf allen Punkten schwä-cher als seine Gegner sein würde, entschloss sich, um diesem Uebelauszuweichen, seine Offensivoperationen gegen die Oesterreicher so baldals möglich zu eröffnen, den letzteren einen entscheidenden Schlag bei-zubringen, um dadurch Maria Theresia zum Frieden zu zwingen oderwenigstens die Möglichkeit zu erreichen, mit seiner ganzen Macht odermit dem grössten Theile derselben sich gegen seine andern Gegner wen-den zu können. Indem er seine wirklichen Absichten auf das Strengstegeheim hielt und Miene machte als wollte er s'ich nur auf die Defensivebeschränken, hatte-er in der Wirklichkeit beschlossen, mit vier Colonnenaus Sachsen und Schlesien in Böhmen einzufallen, alle detachirten