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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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i. Der siebenjährige Krieg. 97

die österreichische, nachdem sie in Lobositz ihren Stutzpunkt ver-loren, zog sich mit dem linken Flügel und dem Centrum vom Bache zu-rück und stellte sich derart mit der Fronte gegen die Elbe auf, dass derrechte Flügel einenWinkel zu dem übrigen Theile der Armee bildete. Fried-rich wollte wohl, konnte aber nicht aus dieser fehlerhaften Aufstellungder Oesterreicher Nutzen ziehen, weil er zu diesem Zwecke aus Lobo-sitz hätte ausrücken und unter dem Feuer der österreichischen Artilleriemit dem Rücken zur Elbe Aufstellung nehmen müssen. Um jedoch Brownezum Rückzuge zu zwingen, schickte Friedrich den Herzog von Bevernbehufs Umgehung des linken feindlichen Flügels nach Ziskowitz. DieserMarsch entschied den Rückzug Browne's, welcher, aus Furcht zwischen derElbe und Eger zurückgeworfen zu werden, über die Eger ging, alle überdiesen Fluss führenden Brücken zerstörte und sich bei Budin aufstellte.Obgleich die Schlacht bei Lobositz kein entschiedenes Resultat hatteund in derselben nur der rechte Flügel der Oesterreicher, welcher kaumein Drittel ihrer Armee ausmachte, von den Preussen geschlagen wordenwar, so gewährte ihr Ausgang Friedrich doch eben solchen Nutzen wieein entschiedener Sieg, weil Browne dadurch verhindert wurde, den Sach-sen auf dem linken Eibufer zu Hilfe zu kommen. Darauf beschränktesich aber auch der ganze Erfolg Friedrich's, der seiner Schwäche wegendie Offensivoperationen hinter der Eger nicht fortsetzen konnte. DieVerluste in der Schlacht bei Lobositz waren auf beiden Seiten fast gleich(bei den Oesterreichern 3000, bei den Preussen 3300 Mann); da aberFriedrich's Armee schwächer war, so war auch der Verlust für dieselbefühlbarer und beweist, dass er den Sieg nicht so leicht und nur durchseine geschickten Anordnungen sowie durch die glänzende Tapferkeitseiner Truppen errungen hatte.

§. 33.Die letzten Operationen in Sachsen und der Lausitz. Allgemeine

Schlussfolgerung.

Obgleich die Schlacht bei Lobositz für die Oesterreicher einen un-vortheilhaften Ausgang hatte, so waren dieselben dennoch nicht geschla-gen, ihre Armee war noch immer zahlreicher als die der Preussen und,von dem vortheilhaften moralischen Einflüsse, welchen der Sieg auf denGeist der preussischen Truppen ausgeübt, abgesehen, hatte sich die Lagebeider Parteien nicht im geringsten geändert. Da es Browne nicht gelun-gen war, die Sachsen von dem linken Eibufer aus zu befreien, wollte erdies von dem rechten Ufer aus versuchen, verwandte aber zur Ausfüh-rung seines Vorhabens aus zu grosser Vorsicht nur sehr unbedeutendeStreitkräfte. Nachdem er mit den Sachsen, die schon äussersten Mangel

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 3. III. 7