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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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96 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Friedrich, der aus einer aufgefangenen Correspondenz zwischenBrowne und den Sachsen den Zweck des Marsches Browne's erfahren hatte,übergab den Befehl über das Blokadecorps dem Markgrafen Karl und be-gab sich persönlich zum Corps Keith's nach Böhmen. Browne schicktesich an, über die Eger zu gehen, als Friedrich, (am 28. September) inJohnsdorf angelangt, am darauf folgenden Tage mit der Avantgarde nachTurmitz vorrückte und am 30. September mit der ganzen Armee Keith's(18 Bataillone, 50 Escadronen und 50 Geschütze) in zwei Colonnen inLobositz anlangte. Hier erfuhr Friedrich, dass Browne sich schon vor ihmhinter dem sumpfigen Bache Morel befand, und als ersah, dass dieOester-reicher aus Fahrlässigkeit zwei isolirte Höhen, Lobosch und Radostitz,welche die ganze Umgegend von Lobositz beherrschten, unbesetzt ge-lassen hatten, postirte Friedrich auf die erstere dieser Höhen den linkenund auf die .andere den rechten Flügel seiner Armee. Wegen der be-deutenden Ausdehnung ihrer Position war die preussische Infanterie nurin einem Treffen, die Reiterei aber hinter derselben in drei Linien auf-gestellt. Friedrich rechnete bestimmt darauf, dass Browne in der Nachtsich zurückziehen oder auf das andere Eibufer übergehen würde, hielt,des dichten Nebels wegen, einen Theil der österreichischen Reiterei undKroaten, die ziemlich lange und ohne jeglichen Zweck bei der Besetzungdes Berges Lobosch gekämpft hatten, für die Arrieregarde Browne's undentschloss sich, in der Absicht sie an die Elbe zurückzuwerfen und zuschlagen, mit der ganzen Armee eine Fronteveränderung durch Schwen-kung, mit der rechten Flanke voran, zu machen. Zu diesem Zweckegriff am 1. October die preussische Reiterei, durch die Intervalle der In-fanterie des rechten Flügels vorrückend, zweimal die rechts von Lobositzaufgestellte österreichische Reiterei an, warf sie auf die österreichischeInfanterie zurück und ward zweimal durch das heftige Feuer der Infan-terie und Artillerie gezwungen, sich zurückzuziehen. Solch starker Wider-stand und noch mehr das Schwinden des Nebels bewiesen Friedrich, dasser die ganze österreichische Armee vor sich hatte. Browne, der die Wich-tigkeit der von den Preussen besetzten Höhen wahrnahm und seinen Fehlerwieder gut machen wollte, beorderte 11 Bataillone seines rechten Flügelsund Kroaten gegen die Anhöhe Lobosch und die Infanterie des linken Flü-gels über Sulowitz gegen die Anhöhe Gomolka. Doch die Anstrengungendieser Truppen waren vergebens : die Infanterie des linken Flügels, hartvom Feuer der preussischen Artillerie mitgenommen, war gezwungen,sich hinter den Bach zurückzuziehen; dem andern Flügel gegenüber ver-theidigten die Preussen sehr hartnäckig die Anhöhe Lobosch und griffen,nachdem sie alle Patronen verschossen, schliesslich mit Bajonneten dieOesterreicher an, warfen dieselben und rückten, ihnen auf dem Fussefolgend, in Lobositz ein. Die ganze preussische Armee ging vor und