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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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4. Der siebenjährige Krieg. . 9. r >

Die zweite, unter dem persönlichen Befehle Friedrich's, bemächtigte sichWittenberges und marschirte am linken Eibufer aufwärts Über .Strehlenund Wilsdruff; endlich die dritte, unter dem Befehle des Herzogs vonBevern, marschirte durch die Lausitz über Bautzen, Stolpen und Böhmen.Der Marsch begann am 28. August, und am 10. September rückte dieganze preussische Hauptarmee an das befestigte Lager bei Pirna heran,in welchem sich bei der ersten Kunde über den Einfall der Preussen diesächsischen Truppen in der Stärke von 17,000 Mann versammelten. DaFriedrich es nicht wagte, das Lager bei Pirna offen anzugreifen, jedochflir nöthig erachtete, sich im Rücken sicherzustellen, bevor er den Einfallin Böhmen unternahm, so umzingelte er die Sachsen in ihrem Lager mitdem grössten Theile seiner Armee (38 Bataillone und 30 Escadronen), inder Absicht, sie durch Hunger zur Uebergabe zu zwingen. Zu gleicherZeit wurde ein starkes, vom Feldmarschall Keith befehligtes Observa-tionscorps (29 Bataillone und 70 Escadronen) über Peterswalde nachJohnsdorf (in der Nähe von Aussig) beordert, welches die Aufgabe hatte,die über das Erzgebirge führenden Pässe sowie den Haupt-Communica-tionsweg zwischen den Sachsen und Oesterreichern zu besetzen. Schwe-rin, der schon in Böhmen eingerückt war, erhielt den Befehl, mit seinerArmee bei Äugest, gegenüber von Königgrätz, Aufstellung zu nehmen,um einen Theil der österreichischen Streitkräfte dorthin abzuziehen.

§.32.Operationen in Böhmen. Die Schlacht bei Lotaositz (1. September).

Bei der ersten Kunde von dem Einmarsch Friedrich's in Sachsen be-fahl Maria Theresia ihren Truppen sich eiligst in Böhmen zu sammeln.Ein kleines Corps des Fürsten Piccolomini stellte sich bei Königgrätz,zwischen der Elbe und Adler, gegen den Marschall Schwerin auf. Dadieses Corps eine sehr starke Position inne hatte und in derselben ingänzlicher Unthätigkeit blieb, wagte Schwerin es nicht, dasselbe anzu-greifen, sondern beschränkte sich die ganze Zeit hindurch auf die Füh-rung des kleinen Krieges. Die österreichische Hauptarmee sammeltesich bei Kolin, wo sie lange warten musste, bis die Artillerie und Pon-tons aus Wien angelangt waren, und marschirte gegen Ende Septembersehr langsam nach dem an der Eger liegenden Orte Budin. Der dieseArmee befehligende Feldmarschall Browne hatte von seinem Hofe denBefehl den Sachsen zu Hilfe zu eilen, sie zu befreien, was es auch kostenmöge, jedoch die Truppen zu schonen und nichts Tollkühnes zu unter-nehmen zwei Bestimmungen, die schwer mit einander in Einklang zubringen waren.