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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
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$2 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

war die letzte Kriegsbegebenheit im österreichischen Erbfolgekriege, dersieben Jahre gedauert hatte.

Im Mai wurde zwischen den kämpfenden Armeen in den Nieder-landen und Italien ein Waffenstillstand vereinbart und die russische Ar-mee trat im August ihren Rückmarsch nach Russland an. Am 18. Octo-ber 1748 ward endlich der Frieden zu Aachen abgeschlossen und im De-cember von Oesterreich und den übrigen europäischen Mächten ratificirt.Die Hauptbedingungen desselben waren : l) die Anerkennung und Be-stätigung der pragmatischen Sanction Karl's VI.; 2) die Abtretung »Schle-siens mit der Grafschaft Glatz an Friedrich IL, Parma's, Piacenza's undGuastalla's an den Infanten Don Philipp und seine männlichen Nachkom-men, ferner desjenigen Theiles des Herzogthums Mailand an den Königvon Sardinien, der ihm von Oesterreich im Jahre 1743 abgetreten wordenwar; 3) seitens England und Frankreich die gegenseitige Ueberlassungderjenigen Colonien, welche diese beiden Mächte während des Kriegeserobert hatten, und endlich 4) die Anerkennung der protestantischenDynastie in England.

§.23.Allgemeine Sehlusstaemerkungen über die schlesischen Kriege unddenösterreichisehen Erb folgekrieg.

Die schlesischen Kriege und der österreichische Erbfolgekrieg haben,im Allgemeinen betrachtet, einen zweifachen Charakter: einen, der ihnenbesonders eigen und der aus der besonderen politischen Lage, den Bezie-hungen und Plänen der an denselben betheiligten Staaten entsprang, undeinen anderen, der ihnen und den am Ende des 17. und anfangs des18. Jahrhunderts geführten Kriegen gemeinsam war und in der gleichenArt und Weise des Kriegführensjener und dieser Zeit seinen Ursprung hatte.

Die Entwickelung des ersteren, also des politischen Charakters die-ser Kriege begünstigten besonders zwei Hauptumstände: die zerstreute,nicht arrondirte geographische Lage der am schlesischen und österrei-cbischen Erbfolgekriege betheiligten Staaten und die Unbestimmtheit ihrerpolitischen Ziele.

Ihre zerstreute, nicht arrondirte geographische Lage war die Ursacheder ungewöhnlichen Mannigfaltigkeit in den politischen und militärischenDispositionen und Operationen. So war Oesterreich, welches in Böhmenund Baiern Krieg führte, in die Lage gekommen, zu gleicher Zeit auchin den Niederlanden und Italien in die kriegerische Action eintreten zumüssen, und Frankreich, in den Niederlanden, am Rhein und in Italienoperirend, konnte seine Heere auch in Hannover, Baiern, Böhmen undOesterreich selbst den Kampf aufnehmen lassen u. s. w.