.'!. Der 1. und 2. schlesische und der österreichische Erbfolgckrieg. 81
hoben die Belagerung von Genua auf und zogen sich in die Lombardeizurück. Bald darauf waren auch die Franzosen gezwungen, sich nachNizza zurückzuziehen.
Inzwischen hatte Russland, nach vielen mit Oesterreich geführtenfreundschaftlichen Unterhandlungen , sich entschlossen, am österreichi-schen Erbfolgekrieg theilzunehmen und die pragmatische Sanction zuunterstützen. Zu diesem Zwecke wurden zwischen Russland, Englanduud Holland am 12. Juni und am 30. November neue Verträge geschlos-sen, nach welchen die Seemächte sich verpflichteten, au Russland Sub-sidien zu zahlen, und vermöge welcher die Kaiserin Elisabeth Petrowuaim December 37,000 Mann russischer Truppen unter dem Befehle desGenerals en chef Fürsten Repnin an den Rhein sandte.
§.27.Der Feldzug vom Jahre 1748. — Operationen in den Niederlanden. —
Der Aachener Frieden.
Im Jahre 1748 beschränkte sich der ganze Feldzug in den Nieder-landen auf die Belagerung von Mastricht, ein Unternehmen, das, weilman diese Festung für sehr stark, noch mehr aber für wichtig hielt, nachden damaligen Begriffen sehr bedeutungsvoll und schwierig war, undwozu die Franzosen lange und grossartigeVorbereitungen getroffen hatten.
Nach vielen Hin- und Hermärschen rückte der Graf von Sachsen,nachdem er einen Theil seiner Armee gegen die Verbündeten, die sich inBreda und Eindhoven befanden, zurückgelassen, im April mit seinerHauptmacht nach Mastricht und blokirte diese Festung vom linken Maas-ufer aus, während Löwendahl, welcher bemüht war, mit der grösstenHeimlichkeit zu handeln, mit einem detachirten Corps bei Ltittich dieMaas überschritt und Mastricht vom rechten Ufer dieses Flusses ausblokirte. Bald wurde gegen Mastricht eine regelmässige Belagerungeröffnet.
Die Armee der Verbündeten verblieb in der Nähe von Maaseyk undRoermond in Unthätigkeit und war entschlossen, vor Ankunft der russi-schen Truppen zum Entsatz Mastrichts nichts zu unternehmen, obgleichihre eigenen Streitkräfte sich auf 80,000 Mann beliefen. Die russischeArmee, die durch Oberschlesien, Mähren und Böhmen marschirt war,kam eben über Franken gegen den Rhein herangerückt. Ihr Anmarschbeschleunigte den Friedensschluss: noch vor ihrer Ankunft am Rhein(im Monat April) war man auf dem in Aachen seit Anfang dieses Jahresversammelten Congress seitens Frankreich, England und der holländi-schen Generalstaaten über die Friedenspräliminarien übereingekommen.Bald darauf 7. Mai) capitulirte Mastricht. Die Eroberung dieser Festung
Galitzin, Allgeiu. Kriegsgeschichte. III. 3. (5