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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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80 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jährhunderts.

§. 26.Der Feldzug von 1747. Operationen in den Niederlanden und Italien.

Beide Parteien hatten beschlossen, in den Niederlanden im Jahre 1747auf das Entschiedenste offensiv zu operiren , die Franzosen um das hol-ländische Flandern zu erobern und die holländischen Generalstaaten zuzwingen, sich vom Bündnisse mit England und Oesterreich loszusagen,die Verbündeten aber um Antwerpen, Brüssel, Namur und andere vonden Franzosen im vorhergegangenen Jahre eroberten Festungen undStädte wieder zurückzuerobern. Im April hatten die Verbündeten ge-gen 150,000 Mann bei Breda, Eindhoven und Mastrieht zwischen denFlüssen grosse und kleine Nethe gesammelt. Die Hauptmacht der fran-zösischen Armee, unter dem Befehle des Grafen von Sachsen, stelltesich gegen sie hinter dein Flusse Dyle auf, während der General Löwen-dahl mit 21,000 Mann französischer Truppen in das holländische Flan-dern einfiel und gegen Ende Mai das ganze Gebiet einnahm. Die dadurcheingeschüchterten holländischen Generalstaaten ernannten, nach dem Bei-spiele früherer Zeit, Wilhelm IV., Prinzen von Oranien, zum Statthalter.Inzwischen aber blieb die Hauptmacht auf beiden Seiten in Unthätigkeitoder beschränkte sich aufs Manövriren, auf Uebergänge von einer Po-sition zur andern und auf die unentschlossensten und unbedeutendstenOperationen im Gebiete zwischen den Flüssen Nethe und Dyle. GegenEnde Juni endlich marschirten beide Armeen nach Mastricht, die fran-zösische, um diese Festung zu belagern und zu erobern, die Verbündetenaber, um dies zuverhindern. Während des Flankeiimarsckes der letzte-ren nach Mastricht, griff der Graf von Sachsen (2. Juli) die von deinHerzog von Cumberland befehligte Armee der Verbündeten in der vonderselben bei dem Dorfe Laffeld eingenommenen festen Position an.nahm dieses Dorf, wo sich ihr Centrum befand, sowie die in der Nähedes Dorfes aufgeworfenen Befestigungen mit Sturm und zwang dieverbündete Armee, sich mit einem Verluste von 10,000 Mann und 29 Ge-schützen in Unordnung nach Mastricht und hinter die Maas zurückzu-ziehen. Der Graf von Sachsen, der es nicht wagte, in diesem Jahre nochMastricht zu belagern, weil die Verbündeten in seiner Nähe blieben,belagerte die Festung Bergen-op-Zoom, und nachdem er dieselbe nachdreimonatlicher Belagerung erobert hatte, Hess er seine Armee Winter-quartiere beziehen.

In Italien blokirten die Oesterreicher und Sardinier von der Land-seite und die englische Flotte von der Seeseite aus Genua. Im Juni mar-schirte eine unter dem Befehle Belleisle's stehende französische Armeenach Piemont, Genua zu Hilfe. Die Sardinier gingen ihr entgegen und dieOesterreicher, die sich nach Entfernung derselben sehr schwach fühlten,