3. Der 1. und 2. schlesische und der österreichische Erbfolgekrieg. 79
Stuart, nach Schottland über, in der Hoffnung, dadurch die Engländer vomFestlande abzuziehen.
In der That zwangen auch die Erfolge Karl Eduard's in Englanddas Parlament, den Herzog von Cumberland mit einem Theile der eng-lischen Armee dorthin zurückzuberufen.
Diese Gelegenheit benutzend, nahm der Marschall Graf von Sachsen,der vorher gegen 28,000 Mann gesammelt hatte, nach kurzer Belage-rung Brüssel mit Sturm. Daraufhin beschränkten sich die Franzosenauf die Deckung des von ihnen auf's Neue besetzten Landes. Im Sommer,nachdem sie die Verbündeten gezwungen. sich nach Breda und weiternach Norden zurückzuziehen, eroberten sie Mecheln, Antwerpen, Mons,St. Ghislain und Charleroy. Die Verbündeten rückten bis an die Sambreund weiter nach der Festung Namur vor, um sie gegen die Angriffe derFranzosen zu schützen. Der Graf von Sachsen folgte ihnen und nachdemer nach der Schlacht von Huy den Prinzen von Lothringen — der dieStelle des Herzogs von Cumberland vertrat — nach Mastricht gedrängtund gezwungen hatte, auf das rechte Maasufer überzugehen, belagerte(im August) und eroberte er Namur (im September). Darauf wollte erschon seine Armee Winterquartiere beziehen lassen; aber als er erfahrenhatte, dass der Prinz von Lothringen von Neuem in der Nähe von Lüttichauf das linke Maasufer übergegangen war, marschirte er ihm entgegen,schlug ihn in der Scbkicht von Kaucoux bei Lüttich und zwang ihn. sichwieder auf das rechte Maasufer zurückzuziehen. Die Folge dieses Siegeswar die Besetzung der Niederlande bis Luxemburg durch die Franzosen.
In Italien hingegen war der Erfolg in diesem Jahre auf Seiten derOesterreicher und Sardinier, die, nachdem sie über die französisch-spa-nischen Truppen Siege bei Guastalla, Piacenza und Rottofreddo erfoch-ten hatten, dieselben aus dem Herzogthum Mailand, aus Piemont und Sa-voyen verdrängten und die Franzosen nach Frankreich, die Spanier aberin das genuesische Gebiet zurückzugehen zwangen, von wo die letzterennach dem Tode Philipp's V. von seinem Nachfolger Ferdinand VI. nachSpanien zurückberufen wurden. Die Oesterreicher eroberten Genua, gin-gen mit Hilfe der englischen Flotte über den Fluss Var, drangen in dieProvence ein, eroberten einige an der Küste gelegene französische In-seln, belagerten die Stadt Antibes und verwüsteten die Provence und dieDauphine. Aber der Aufstand, der am Ende des Jahres ausbrach, sowieder Mangel an Proviant zwangen sie Ende Januar 1747 zum Kückzugenach Novi.