3. Der 1, und 2. schlesische und der österreichische Erbfolgekrieg. 73
wurde zur Aufrechthaltung- der pragmatischen Sanction, in Folge der Be-mühungen Oesterreichs, in Warschau das Bündniss zwischen England,Holland und Sachsen erneuert.
Unterdessen concentrirte sich bei Königgrätz in Böhmen die Haupt-macht der österreichisch-sächsischen Armee unter dem Befehle des Prin-zen von Lothringen und des Herzogs von Sachsen-Weissenfels. Im Aprilfielen die ""österreichischen Generale Karolyi und Nadasdi mit Abtheilun-gen österreichischer und sächsischer Truppen in Oberschlesien ein, be-setzten dort viele Punkte, und im Monat Mai kam die Festung Kosel durchVerrath in ihre Hände.
In der Erwartung, dass dieVerbündeten in der Richtung von Landshu tin Schlesien einrücken würden. concentrirte Friedrich die Hauptmachtseiner Armee, gegen 60,000 Mann, bei Frankenstein. Seine Avant-garde war längs der böhmisch-mährischen Grenze, von der Lausitz bisPolen, aufgestellt. In der Absicht die Verbündeten bei ihrem Austritteaus dem Gebirge zu schlagen, sprengte er das Gerücht über seinen Rück-zug nach Breslau aus, traf alle nöthigen Anordnungen dazu, sandte so-gar alle schweren Trosswagen nach Breslau und Hess seine Armee hinterWaldungen versteckt bei Reichenbach Aufstellung nehmen, während dieAvantgarde in der Nähe Striegau's postirt war.
Ende Mai überschritt die 92,000 Mann starke österreichisch-säch-sische Armee das Riesengebirge und marschirte in der That auf Lands-hut los. DieVerbündeten liessen sich gänzlich täuschen, und in derUeberzeugung, dass Friedrich sich auf dem Rückmärsche nach Breslaubefinde, marschirten sie sorglos nach Striegau, die sächsichen Truppenin der Avantgarde. Aberwährend dieser Marschbewegung führte Friedrichunbemerkt die ganze preussische Armee nach Striegau und schob seineAvantgarde auf die andere Seite dieser Stadt vor. Am 7. Juni, vor Tages-anbruch, ging das preussische Heer über den Bach Striegau und stelltesich in Schlachtordnung auf. Sich Striegau nähernd, wurden die säch-sischen Truppen zuerst vom Feuer der preussischen Artillerie empfangenund dann so heftig angegriffen, dass sie in gänzliche Verwirrung gebrachtundgeworfen wurden, noch ehe dieHauptmacht (die'österreichischeArmee)ihnen zu Hilfe kommen konnte. Der Prinz von Lothringen beschleunigteden Marsch; da aber die Sachsen die Avantgarde und zugleich den lin-ken Flügel der verbündeten Armee bildeten, so bot ihre NiederlageFriedrich die Möglichkeit, mit seinem rechten Flügel den linken Flügelder Oesterreicher zu umzingeln und ihn auf das Centrum derselben zuwerfen, während von der andern Seite die Reiterei des preussischen lin-ken Flügels, mit ungewöhnlicher Tapferkeit kämpfend, unter dem Be-fehle Gessler's glänzende Erlolge über den rechten Flügel der Oester-reicher erzielte. Die Oesterreicher waren geschlagen und nach Hohen-