72 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Anfange des folgenden Jahres und ihm folgte sein Sohn Maximilian Jo-seph in der Würde eines Kurfürsten von Baiern. Im September über-schritten zwei französische Armeen den Rhein ; die eine derselben, gegen70,000 Mann stark, unter dem persönlichen Befehle Ludwig's XV., be-lagerte am 11. October die Festung Freiburg im Breisgau, welche imNovember capitulirte, und die andere Armee, unter dem Befehle Belle-isle's, besetzte das österreichische Schwaben, wurde aber von Vorarl-berg aus zurückgeschlagen. Im November sammelte sieh am Rhein, ander Mosel und Lahn, unter dem Befehle des Prinzen Conti, eine drittefranzösische Armee.
§.24.
Der Feldzug im Jahre 1745. — Operationen am Rhein, in Baiern,
Schlesien, Böhmen, Sachsen, in den Niederlanden und in Italien.
Mit Beginn des Jahres 1745 nahmen die Umstände wieder eine gün-stige Wendung für die Oesterreicher, die Erfolg auf Erfolg in Baiern,Schwaben und am Main errangen.
Am 7. Januar erfochten die österreichischen Truppen unter demBefehle des Baron Tüngen bei Amberg über die bairischen Truppeneinen Sieg, in Folge dessen sie die ganze Oberpfalz einnahmen. Balddarauf jedoch drängte sie der Prinz Conti, der mit der französischen Ar-mee im Februar über den Rhein und den Main gegangen war. hinter dieLahn zurück. Im März fiel der österreichische General Graf Batthyanyi,nachdem er gegen 12,000 Mann concentrirt hatte, von Neuem in Baiernein, griff die ausgedehnten Quartiere der Verbündeten an, bemächtigtesich der an der Donau gelegenen bairischen Magazine, schnitt am Inndie hessischen Truppen von den bairischen ab, schlug bei Pfaffenhofenam 15. April die französischen und pfälzischen Truppen Segur's und ver-folgte sie bis an die schwäbische Grenze. Ganz Baiern wurde auf's Neuevon den Oesterreichern besetzt und der Kurfürst Maximilian Joseph vonBaiern war gezwungen, mit Oesterreich am 22. April in Füssen einenSeparatfrieden zu schliessen, laut welchem er für immer den Rechten desbairischen Hauses auf den Thron Oesterreichs entsagte und die prag-matische Sanction anerkannte, während Oesterreich ihm seine Erblandezurückgab. In Folge dessen wurde Baiern von den französischen, pfäl-zischen und hessischen Truppen geräumt.
Nachdem Oesterreich den Krieg nach dieser Seite hin beendigt hatte,indem es den Preussen und Franzosen einen im Herzen Deutschlands be-findlichen, für Beide wichtigen Verbündeten entrissen, schloss es am18. Mai mit Sachsen in Leipzig einen neuen geheimen Vertrag, der einenEinfall in Schlesien bezweckte. Am Anfange des Jahres (8. Januar)