3. Der I. und 2. schtesische und der üsterrcichisclie Erbfolgekrieg. (39
zukehren. Von der andern Seite zwang der Fürst Lobkowitz , der dieStelle des Feldmarschalls Traun vertrat, Mitte März die spanische Armeedes Marschalls Gages, die in einer starken Position in der Nähe von Pe-saro Stellung hatte, sich in das Königreich Neapel zurückzuziehen. DerKönig von Neapel, der sich von der Neutralität losgesagt und Oester-reich den Krieg erklärt hatte, vereinigte seine Truppen mit der ArmeeGages'. Dieser und der Infant Don Carlos rückten nun mit der spanisch-neapolitanischen Armee dem Fürsten Lobkowitz entgegen. Ebenso wie dieErfolge des Prinzen Conti und des Infanten Don Philipp in Piemont,zwang auch der Anmarsch dieser überlegenen Streitkräfte den FürstenLobkowitz, sich nachToscana zurückzuziehen, und Gages und der InfantDon Carlos, die ihm gefolgt waren, nahmen bei Velletri, an der Grenzedes Kirchenstaates, Stellung in einer befestigten Position.
§.23.
Der zweite schlesische Krieg. — Operationen im Jahre 1744 in Böh-men, am Rhein und in Baiern.
Friedrich IL, die Notwendigkeit eines neuen Krieges mit Oester-reich vorhersehend, war nach Abschluss des Friedens zu Breslau, in demihm Schlesien zugesprochen ward, bemüht, rechtzeitig seine Vertheidi-gungsmittel zu vermehren, besonders seine Armee zu verstärken.
Die Truppenanwerbung wurde sehr eifrig betrieben und im Jahre1743 wurde die preussische Armee noch'durch 10 Bataillone und 10 Es-cadronen verstärkt, im Ganzen seit der Thronbesteigung Friedrich's ILdurch 31 Bataillone, 72 Escadronen und 6 Compagnien Artillerie, Zugleicher Zeit wurden die schlesischen Festungen Glatz, Brieg, Glo-gau, Neisse und Kosel in besseren Vertheidigungszustand gesetzt, be-deutende Kriegsvorräthe in denselben aufgespeichert und hinreichendeGeldmittel zur Bestreitung der Kosten eines neuen Krieges beschafft.Am Anfange des Jahres 1744 aber überzeugte sich Friedrich IL, dass esan der Zeit sei, den Krieg mit Oesterreich zu erneuern, dadurch die Streit-kräfte desselben von Frankreich abzuziehen und der Aussöhnung Oester-reichs mit dem letzteren vorzubeugen. Zu diesem Zwecke schloss erim Mai zu Frankfurt neue Bündnisse mit Karl VII., dem Kurfürsten vonder Pfalz und dem Landgrafen von Hessen-Kassel (dem Könige vonSchweden) und im Juni mit Frankreich. Seitens Russlands und Schwe-dens hoffte er ganz gesichert zu sein durch Unterhandlungen und ver-wandtschaftliche Bande mit den regierenden Häusern. Damals standschon in Aussicht die Vermählung des Prinzen Karl Peter Ulrich vonHolstein-Gottorp, des Neffen der Kaiserin Elisabeth Petrowna (in derFolge Kaiser Peter III.) mit der Prinzessin von Anhalt-Zerbst (in der