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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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3. Der 1. und 2. schlesische und der österreichische Erbfolgekrieg. 67

aber in Folge der von seinen Generalen begangenen Fehler am 27. Juniin der Schlacht beiDettingen geschlagen und gezwungen, sich hinter denRhein zurückzuziehen.

In Baiern schlug der Prinz von Lothringen am 9. Mai bei Simpachdie verbündete bairisch-pfälzisch-hessische Armee des Generals Mhiuzziund zwang, gemeinschaftlich mit dem österreichischen Truppencorps,das aus Tirol in Baiern eingefallen war, den Marschall Broglio sichüber Schwaben hinter den Khein zurückzuziehen. Seckendorf mit denbairischen Truppen war so genöthigt, sich von den Franzosen zu trennenund mit den Oesterreichern einen Waffenstillstand zu schliessen. GanzBaiern wurde nun von den Oesterreichern besetzt.

Da beide Armeen, die des Prinzen von Lothringen und diejenigeGeorg's IL, in Deutschland keinen Feind mehr vor sich hatten, rucktensie an zwei Stellen auf das linke Rheinufer hinüber, um gegen Elsass undLothringen zu operiren. Die erstere, welche in Basel Über den Rhein ge^-gangen war, konnte sich auf dem linken Rheinufer nicht halten und kehrteauf das rechte in den Breisgau zurück; die letztere aber, welche denRhein bei Mainz überschritten , eroberte Worms, drängte die Franzosenbis zu ihren eigenen Grenzen zurück, und nachdem sie die Befestigungenderselben am Flusse Queich, in der Nähe von Landau, zerstört hatte,bezog sie Winterquartiere in den Niederlanden und Westfalen.

§.22.Der Feldzug im Jahre 1744. Operationen in Italien, in den Nieder-landen und am Rhein.

Somit nahm der österreichische Erbfolgekrieg drei Jahre nach sei-nem Beginne eine entschiedene Wendung zu Gunsten Oesterreichs. Schonam Anfange des Jahres \ 743 würde in Worms ein Bündniss zwischenOesterreich, England und Sardinien geschlossen. Maria Theresia tratdem Könige von Sardinien einen Theil ihrer Besitzungen in Nord-Italienab, der sich verpflichtete, Oesterreich mit Hilfstruppen in Italien zu un-terstützen. In demselben Jahre bewog England auch den KurfürstenAugust III. von Sachsen für Oesterreich Partei zu nehmen, in Folge dessen zuWarschau ein anderes Bündniss, zwischen Oesterreich, England undSacb-sen, geschlossen ward. Das politische Uebergewicht neigte sich von Sei-ten der Gegner Oesterreichs auf die Seite dieses Staates und seiner Ver-bündeten. Gegen Oesterreich blieben nur Frankreich und Spanien; aberleicht war es möglich, dass auch Frankreich, eingeschüchtert durch dieMisserfolge seiner Truppen in Deutschland und im Norden und Osten schonseine Grenzen bedroht sehend, schliesslich zu einer Separataussöhnungmit Oesterreich seine Zuflucht nehmen würde. Im Falle dieser Aussöhnung