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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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64 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts-

ging er ihm von Chrudim aus entgegen. Die beiden Armeen trafen sicham 17. Mai bei demDorfe Chotusitz, in der Nähe des Städtchens Czaslau.Die Stärke der preussischen Armee belief sich auf 24,000 und die derösterreichischen auf 30,000 Mann.

In vier Colonnen rückten die Oesterreicher gegen das Lager derpreussischen Armee vor. Nachdem Friedrich eine starke Batterie vorseinem rechten Flügel hatte auffahren lassen, griff er mit der Reiterei des-selben die am linken Flügel der Oesterreicher befindliche Reiterei an,warf sie und war nahe daran, sogar die österreichische Infanteriein Verwirrung zu bringen, als seine Reiterei von frischer österreichischerReiterei angegriffen und zum Rückzug gezwungen ward. Die Reitereider Oesterreicher, anstatt die errungenen Vortheile auszunutzen, warfsich nun in zügelloser Weise auf das preussische Lager, um zu plün-dern, und es dauerte nicht lange, so wurde sie wieder zurückgeschla-gen. Da griff der Prinz von Lothringen den linken Flügel der Preussenan, hatte einigen Erfolg, beging aber den grossen Fehler, das Dorf Cho-tusitz in Brand stecken zu lassen. Dies benutzend, zog sich die preus-sische Infanterie, die Fronte nach rückwärts [enpotence) biegend, zurückund wies den Angreifer mit Verlust für denselben zurück. Endlich ent-schied die von Friedrich selbst ausgeführte Attake auf den linken Flü-gel der Oesterreicher den Sieg zu Grünsten der Preussen. Die Oester-reicher waren geschlagen und zogen sich mit einem Verluste von unge-fähr 7000 Mann nach Mähren zurück. Friedrich verfolgte sie nicht,sondern verblieb in der Gegend von Czaslau und Kollin.

Zur selben Zeit marschirte der Fürst Lobkowitz mit 7000 Mannösterreichischer Truppen von Budweis nach Frauenberg und belagertediese Stadt, hob jedoch bei Annäherung Broglio's die Belagerung auf undtrat den Rückzug nach Budweis an. Broglio aber verfolgte ihn, undnachdem er imBergpass von Saha die Arrieregarde des Fürsten eingeholthatte, schlug er ihn auf's Haupt.

Friedrich, der schon Mangel an Mitteln zur Weiterführung des Krie-ges zu fühlen begann und sich überzeugt hatte, wie wenig Hilfe er vonseinen Verbündeten erwarten durfte, benutzte die den Oesterreichern ge-genüber erzielten Erfolge, um Maria Theresien einen Separatfrieden vor-zuschlagen. Die Kaiserin von Oesterreich, nichts sehnlicher wünschend,als so schnell wie möglich von dem gefährlichsten ihrer Feinde befreitzu sein, willigte nothgedrungen in die schweren, für Oesterreich sogarerniedrigenden Friedensbedingungen ein. Im Juni 1742 wurde der Friedezu Breslau geschlossen, nach welchem die Grafschaft Glatz, Ober- undrnterschlesien, mit Ausnahme der Fürstenthümer Teschen, Troppau undJägerndorf und der Districte am rechten Ufer der Oppa, an Preussen ab-getreten wurden, letzteres dagegen sich verpflichtete, an England