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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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60 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

drei Bataillone aufgebalten; ein anderer Theil der österreichischen Rei-terei attakirte erfolglos die Infanterie des preussischen rechten Flügels.Neipperg lenkte nun dorthin seine ganze Infanterie; aber auch dieseward zurückgeschlagen. Seit fünf Stunden bereits währte der Kampfund wurde mit grosser Hartnäckigkeit geführt. Die Preussen besondersfochten mit vorzüglicher Tapferkeit; aber schon hatten sie alle ihre Pa-tronen verschossen, und ihre Lage war eine äusserst kritische gewor-den da glückte es Schwerin, den rechten Flügel der Oesterreicherzurückzuwerfen, und die rechte Flanke ihres Centrums zu umgehen.So war der Sieg zu Gunsten der Preussen entschieden. Die Oesterreicherwaren geschlagen und mit einem Verluste von mehr als 4000 Mann hin-ter die Neisse zurückgeworfen. Friedrich benutzte jedoch den erfochte-nen Sieg nicht, sondern nachdem er einige Zeit bei Mollwitz verweilt hatte,belagerte und eroberte er Brieg, vereinigte sich bei Strehlen mit denTruppen des Herzogs von Holstein und bezog hier ein Lager, das vonBrieg, Breslau und Schweidnitz gleich weit entfernt war.

Der Sieg von Mollwitz lenkte die Aufmerksamkeit von ganz Europaauf Friedrich II. und veranlasste Frankreich ein Bündniss zu schliessen,einerseits mit Preussen, und anderseits mit Spanien und Baiern. Krafteines geheimen mit Friedrich geschlossenen Vertrages verpflichtete essich, vom Westen her im Donauthale offensiv gegen Oesterreich vorzu-gehen, während Friedrich vom Norden her seine Operationen gegen das-selbe fortsetzen sollte.

Im Mai wurde zwischen Frankreich, Spanien und Baiern in Nymphen-burg (Baiern) ein Offensiv-Bündniss gegen Maria Theresia und ihre Erb-folge auf dem österreichischen Thron geschlossen. Diesem Bündnisseschlössen sich bald darauf an die Kurfürsten von Köln und der Pfalz,nach ihnen Preussen und endlich Sachsen. England und Busslandschickten sich, wie gesagt, an, Oesterreich zu unterstützen. Aber Russ-land ward durch den in Folge geheimer Intriguen Frankreichs plötzlichentbrannten Krieg mit Schweden davon abgezogen. Auf diese Weisehatte Oesterreich Hilfe nur von England allein zu erwarten, das auch zuzu diesem Zwecke seine Truppen und mit diesen gegen 12,000 MannDänen und Hessen in Hannover sammelte.

Die Kriegsoperationen wurden im Juli 1741 durch die Baiern eröff-net, die durch List die Stadt Passau eroberten. Mitte August überschritteine 40,000 Mann starke französische Armee, die unter dem Befehle desMarschalls Belleisle im Elsass zusammengezogen worden war, denRhein, zwang Schwaben zur Neutralität und, nachdem sie sich mit denbairischen Truppen vereinigt hatte, rückte sie unter dem Oberbefehl desKurfürsten von Baiern in das Erzherzogthum Oesterreich ein. Bald daraufwar ganz Oberösterreich eingenommen. ein Theil von Niederösterreich