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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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56 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

eine ausgezeichnet organisirte Armee besass, aber noch nicht politischeBedeutung und Gewicht im europäischen Staatensystem hatte. Fried-rich trat seine Regierung mit der Absicht an, Preussen zu dieser Bedeu-tung dadurch zu verhelfen, dass er die Grenzen des Landes erweiterte,dessen Wehrkraft erhöhte, Preussens Namen zu Ehren brachte und seinReich zu einer Macht ersten Ranges erhob. Als Mittel zur Realisirungdieses Vorhabens wählte er zuerst die noch von seinem Vater verlaut-barten Rechte der Kurfürsten von Brandenburg auf die HerzogthümerJülich und Berg. Aber ihre Einverleibung in Preussen machte zu vieleSchwierigkeiten, als dass die aus derselben entstandenen Vortheile diegebrachten Opfer aufwogen. Hingegen konnte Preussen leicht grossenNutzemaus den Zwistigkeiten ziehen, welche nach dem Ableben KaiTsVI.in Erbfolge-Angelegenheiten des österreichischen Thrones entstanden.Friedrich IL liess daher seine frühere Absicht fallen und beschloss, seineganze politische Thätigkeit gegen Oesterreich zu richten. Die Nicht-gewährung der von Friedrich Wilhelm I. behufs Erwerbung der Herzog-thümer Jülich und Berg für die Unterstützung der pragmatischen Sanc-tion von Oesterreich ausbedungenen Hilfeleistung war für ihn ein hinrei-chender Grund zum Kriege mit Oesterreich. Die Geltendmachung alterRechte der Kurfürsten von Brandenburg auf einige Theile des an Preussengrenzenden Schlesien musste zum Vorwande der Eroberung dieser bestenund reichsten österreichischen Provinz und somit zur Eröffnung der Feind-seligkeiten mit dem Nachbarstaate dienen. Die Verhältnisse, in denen sichdamals Europa im Allgemeinen und Oesterreich insbesondere befand,waren den Absichten Friedrich's ungemein günstig. Ludwig XV. be-schloss, dem ersten Verbündeten Frankreichs in Deutschland, dem Kur-fürsten von Baiern, beizustehen und trat in nähere Verbindung mit ihmund den Königen von Spanien und Sardinien, in der Absicht, Oesterreich,die stete Nebenbuhlerin Frankreichs, zu schwächen lind zu demüthigeu,sowie die Grenzen seines Reiches zu erweitern. England, ebenfalls Frank-reichs Nebenbuhlerin, und die holländischen Generalstaaten nahmenPartei für Oesterreich und traten in nähere Verbindung mit Russland,das sich auch auf die Seite Oesterreichs neigte. Der schwache August III.,der sich unter dem Einflüsse bald des französischen, bald des russischenHofes befand, schwankte noch zwischen beiden Parteien.

Auf diese Weise stand halb Europa im Westen gegen Oesterreichauf, gerade zu einer Zeit, wo die Finanzen dieses Staates auf dasAeusserste zerrüttet und fast gänzlich erschöpft waren, wo es nur wenigeTruppen hatte, und diese in den Niederlanden, Italien und Ungarn zer-streut lagen, wo die vorhergegangenen Misserfolge in den Kriegen mitden Türken und Spaniern den Geist der Truppen ungemein nieder-gedrückt und es nach dem Tode des Prinzen Eugen von Savoyen