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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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50 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

500 Schritte von einander und auf 2000 Schritte von der Festung ent-fernte ThUrme u. m. A. aus.

Das Zangenwerksystem [systeme angulaire) , welches auch in dervorhergehenden Periode für vorteilhafter und zur Flankenvertheidigunggeeigneter erachtet wurde als das Bastionssystem, hatte in dieser Periodeviele Anhänger und Vertheidiger, an deren Spitze, wie oben erwähnt,Montalembert stand. Bei seinen umfangreichen theoretischen Kennt-nissen und vielseitigen kriegerischen Erfahrungen hatte Montalembert inder Praxis die Ueberzeugung gewonnen., dass die Vertheidigung dergewöhnlichen Bastionsfestungen weder zu ihren Einrichtungen, noch zuder Stärke der Garnison imVerhältniss stand, und er verwarf daher gänz-lich das Bastionssystem mit allen seinen Aussenwerken, beschränkte sichallein auf die Errichtung von Zangenwerken, trennte vom Walle dieSteinbekleidung desselben, casemattirte und versah sie mit Schiess-scharten. Auf diese Weise hergerichtet, konnten sie, im Verein mit derArtillerie und runden, mit Stein bekleideten Thürmen, dem Belagererein sehr starkes Feuer entgegenstellen.

Aber fast alle französischen Ingenieure erhoben sich gegen dasSystem Montalembert's, was zu theoretischen Debatten Veranlassung gab,die, wenngleich sie die Streitfrage nicht entschieden, so doch bedeutendklärten und nicht ohne Nutzen für die Wissenschaft waren. Im Allge-meinen hatte man in Frankreich das System Cormontaigne's als das voll-kommenste erachtet; die französischen Ingenieure erlaubten sich in derFolge nur, dem ausspringenden Winkel des Ravelins einen grösserenVorsprung und den Gesichtslinien der Reduits in den einspringendenSammelplätzen, um diese vor Prellschüssen zu schützen, eine bessereRichtung zu geben. So bildete sich das neuere französische Bastions-system aus, welches aber, ebensowenig wie das System Vauban's, diebeiden wichtigsten Vortheile aufhob, die der Angreifer vor dem Verthei-diger voraus hatte, nämlich die Bequemlichkeit, auf alle Theile derFestung Prellschüsse thun, und die Möglichkeit, an einzelnen Stellen imHauptwalle Bresche legen zu können.

Von den Verbesserungen im Allgemeinen, die in der permanentenFortification gemacht wurden, muss Folgendes bemerkt werden:

Man hatte die Grösse der Winkel und die Seitenlänge der Polygonefestgestellt, die Stärke und Wirkung der Geschütze der Festungswerkeund auf Grund dessen die Widerstandsfähigkeit und Stärke der Stein-bekleidung u. s. w. mathematisch berechnet, wodurch viele frühere Be-stimmungen umgestossen wurden.

Die Aussenwerke wurden an Zahl bedeutend vermehrt und in ihrerBauart durch neue Erfindungen vervollkommnet und verstärkt. BedeutendeVerstärkung erhielten durch neue Bauart die Contrescarpe und der ver-