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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 17401792. 49

die Bastionen stürmenden Feind im Rücken zu beschiessen. Der ver-deckte Weg war durch die Vergrößerung der einspringenden Sammel-plätze und die auf denselben errichteten Reduits mit Steinbekleidungund Graben verstärkt, was dem verdeckten Wege eine kräftige Stützegeben, die hartnäckige Vertheidigung desselben fördern, den Truppenden Rückzug sichern und die Wiedereinnahme desselben erleichternsollte. Die Systeme Cormontaigne's erlaubten es dem Belagerer nicht,parallel alle drei ausspringenden Winkel zu umzingeln, vergrössertendadurch seine Arbeiten und erhöhten die Widerstandsfähigkeit der Fe-stung. Sie verhinderten oder erschwerten wenigstens sehr die Aufstel-lung der Batterien des Belagerers auf dem Wallgange des Ravelins, ge-genüber der Ruckenschanze. Die Rückenschanzen der Ravelins erlang-ten eine bessere Flankenvertheidigung und verhinderten das Anstürmendes Belagerers zur Bastion, und die Reduits der einspringenden Sammel-plätze konnten nicht anders als durch allmäligen Angriff genommen wer-den, deckten die Ausgänge aus den Scheerenschanzen und theilweise dieFlanken und Schultern der Bastionen und Courtinen gegen die Schüssedes Feindes. Anderseits aber konnten das Ravelin, Reduit und der ge-deckte Weg leicht ricoschettirt werden,; vor dem Bogenfeuer war keinsicherer Schutz und durch die Oeffnung des Ravelingrabens konnte derBelagerer mit auf dem ausspringenden Winkel des Ravelin-Glacis er-richteten Batterien zeitig im Hauptwall Bresche schiessen. Dieser letzterewichtige Mangel ist auch den Systemen Pagan's und Vauban's eigen.

Aehnlich waren auch die Bastions-Systeme des schwedischen MajorsRöök, Fallois', Rosbach's, des schwedischen Generals Virgin, Bilfinger'sund des Marschalls Grafen von Sachsen mehr oder weniger auf dieSysteme Vauban's begründet, nur mit Abänderungen in der Stellung derLinien und Aussenwerke, der Grösse der Winkel u. s. w. Besonders be-merkenswerth sind die Systeme Fallois', Virgin's und des MarschallsGrafen von Sachsen. Fallois wollte allen Werken im Allgemeinengleiche Höhe geben, die Vorwerke mit Kanonen schwersten Kalibers ar-miren, anstatt des verdeckten Ganges vor dem Graben Tenailluren anbrin-gen oder eine ReiheFleschen mit eigenem Graben u. s. w. errichten. Virginbeabsichtigte den Mangel der Vauban'schen Systeme, der darin bestand,dass der Belagerte den Geschützen des Belagerers nur eine geringe An-zahl Festungsgeschütze entgegenzustellen vermochte, sowie dass dieseletzteren sehr leicht und schnell demolirt werden konnten, zu beseitigen.Daher gingen alle seine Aenderungen hauptsächlich dahin, das Feuerder Festung zu verstärken und die Geschütze derselben vor dem Rico-schettiren zu decken. Das System des Grafen von Sachsen zeichnetesich durch besondere Stellung der Aussenwerke, durch in der Ravelin-bekleidung errichtete hölzerne Casematten, durch runde, steinerne, auf

Galitzin, AUgem. Kriegsgeschichte, III. 3. 4