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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 17101792. 43

der Periode verbessert, wo der Sold der Truppen erhöht und pünktlicherausgezahlt wurde.

Den Unterhalt der Truppen hatte man im Allgemeinen verbessert.In Kriegszeiten wurden die Truppen auf dieselbe Weise wie in der vor-hergehenden Periode verpflegt, d. i. aus Magazinen, von welchen ausdas Mehl in die Regimentsbäckereien geschafft wurde, die das gebackeneBrod an die Truppen ablieferten.

Auf dieselbe Weise verpflegte auch Friedrich II. seine Armeen wäh-rend des Krieges. Einmal nur, während des Marsches aus Sachsen nachSchlesien nämlich, nach der Schlacht bei Rossbach und vor der Schlachtvon Leuthen, im Jahre 1757, wurde die preussische Armee, nachdem sieforcirte Märsche gemacht hatte, bequartirt und von den Einwohnern ver-pflegt. In Friedenszeiten wurden die Truppen durch Lieferungen ver-pflegt, und in dieser Hinsicht herrschte in der preussischen Armee eineeben solch ausgezeichnete Ordnung, wie in der französischen Armee Un-ordnung und Missbräuche eingerissen waren. D'Argenson, de Muy,St. Germain und besonders Choiseul, sowie auch der Kriegsrath ergriffenjedoch strenge Massregeln gegen diese Uebel, rotteten viele derselbenaus und verbesserten den Unterhalt der Truppen und die Art ihrer Ver-pflegung.

Die Bekleidung der Truppen anlangend, so war dieselbe in derpreussischen Armee eng und kurz, in den anderen Armeen aber zuerstbreit, lang und sehr unbequem, später der Bekleidung der preussischenTruppen ähnlich. In der preussischen Armee hatte man mit grössterStrenge die vorgeschriebene Gleichförmigkeit und Sauberkeit in der Klei-dung und Equipirung beobachtet, was in den anderen Armeen bis in diekleinsten Details nachgeahmt wurde.

In allen Armeen wurde grosse Sorgfalt auf die bessere Einrichtungdes Medicinalwesens verwandt; dessenungeachtet herrschte in den deut-schen Armeen, sogar die preussische theilweise nicht ausgenommen, indieser Branche eine ziemlich grosse Unordnung und die Armeen,verlorenviel mehr Leute in Folge schlechter Pflege und Behandlung und der Miss-bräuche in den Hospitälern als im feindlichen Feuer. Durch bessereEinrichtung des Medicinalwesens und menschenfreundlichere Behand-lung der kranken und verwundeten Soldaten zeichnete sich auch in dieserPeriode wie in der vorhergehenden die französische Armee aus.

Zur inneren ökonomischen Einrichtung der Armeen gehören auchdie Bagagewagen jeglicher Art (die Artillerie-, Genie-, Proviant-, diezur Fronte gehörigen, Officiers-Bagagewagen u.s. w.). Die Anzahl der-selben bei den Armeen ward festgestellt, aber die Verordnungen überdiesen Gegenstand wurden selten oder, besser gesagt, nie streng beob-achtet ' und die Armeen hatten allenthalben einen grossen Tross hinter