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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 17401792. 41

Die Truppen und Armeen bezogen ihre Lager am Anfang dieserPeriode noch nach früherer Sitte in tiefer Aufstellung, compagnie-weise, mit Compagniestrassen, und am Ende der Periode in Kriegszeitenund in der Nähe des Feindes: in deployirter Schlachtordnung, so dassdie Zelte in einer oder in zwei Linien aufgeschlagen wurden; in Frie-denszeiten und weit vom Feinde entfernt, wurde das Lager in tiefer Auf-stellung bezogen.

§ 16-Innere Einrichtung der Armeen, Geist und Diseiplin der Truppen.

Ein Theil der Militärverwaltung, die Militär-Administration, erhieltin allen Staaten eine mehr geordnete Einrichtung und wurde bedeutendvervollkommnet. In dieser Hinsicht stand die preussische Armee höher,die französische aber wohl niedriger als alle anderen Armeen. Ein wich-tiger Vorzug der preussischen Armee bestand darin, dass die gesammteMilitärverwaltung sich unmittelbar in der Person Friedrich's IL selbstconcentrirte, der nicht allein der Verbesserer der taktischen Organisa-tion der preussischen Truppen und Armeen war, sondern auch zugleichdas Haupt und der ausgezeichnete Organisator der Militärverwaltungund ihrer inneren Einrichtung im Allgemeinen. Er führte in diesemZweige, mit Beobachtung der grössten Sparsamkeit in staatlicher Hin-sicht, eine staunenswerthe Ordnung ein, war bemüht, nach Möglichkeitdie Ausgaben für die Armee zu beschränken, ohne indessen in seinerFürsorge hinsichtlich der Verbesserung der materiellen Lage der Truppenund des Militärstandes überhaupt nachzulassen. Daher befand sich auchdas Finanz- und Oekonomiewesen in seinen Armeen während seinerRegierung in eben solch blühendem Zustande wie zu Lebzeiten seinesVaters. In Oesterreich concentrirte sich die Militärverwaltung im Hof-kriegsrathe, dem obersten Militärverwaltungs-Institute. Während derschlesischen Kriege befand sich die innere Einrichtung der österreichi-schen Armee in Verfall, seit der Reorganisation der Armee nach demDresdener Frieden, während und nach dem siebenjährigen Kriege, wurdesie allmälig immer mehr verbessert.

Dasselbe lässt sich auch über die innere Einrichtung der andereneuropäischen Armeen, mit Ausnahme der französischen, sagen. DieMilitärverwaltung in Frankreich concentrirte sich im Kriegsministerium,bei welchem am Ende der Periode errichtet wurden: unter dem Kriegs-minister de Muy ein Comite aus Inspectoren der Infanterie und Reiterei,und im Jahre 1787 unter dem Kriegsminister Brienne, nach dem Musterdes österreichischen Hofkriegsrathes, ein unter dem Vorsitz des Kriegs-ministers fungirender, aus 8 Generalen und 1 Referenten bestehender