34 HI- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
wurden schon ein oder mehrere Geschütze beigegeben, und in denSchlachten concentrirten sich schon starke Batterien.
Um von der Vermehrung der Artillerieparks, des Trains und der Pferdeeine Vorstellung zu geben, muss bemerkt werden, dass im Jahre 1778 in dervereinigten preussisch-sächsischen Armee, bei 915 Geschützen, 385 Ar-tillerieparkfuhren, 192 andere Wagen und 8600 Pferde waren! Die Ar-tillerieparks und Trosse erfuhren noch eine Vergrösserung durch diePontons, die zu ihrem Bestände zählten.
Die Mineure, Sappeure und Pontoniere bildeten in einigen Armeen(der österreichischen, preussischen, holländischen u. a.) abgesonderteCompagnien und Regimenter, in anderen hingegen (in Frankreich, Däne-mark u.a.m.) gehörten sie zum allgemeinen Artilleriebestand. In Frank-reich wurden die Mineure und Sappeure sehr oft von der Artillerie ab-gesondert, aber immer wieder von Neuem derselben zugetheilt.
Mineure gab es in Oesterreich 4, in Holland 4, in Frankreich 7 Com-pagnien, in Preussen waren einem aus 10 Compagnien bestehenden Pion-nierregiment 2 Mineurcompagnien zugetheilt, die von demselben imJahre 1758 getrennt wurden und 1783 zwei neuerrichtete Compagnienzugetheilt erhielten.
An Sappeuren zählte Oesterreich 3 Compagnien. Frankreich dagegenin jedem Artillerieregimente 2 Compagnien, im Ganzen 14 Compagnien.
Pontonniercompagnien existirten in allen Armeen. Dieselben warenanfangs sehr schwach, wurden jedoch später immer mehr verstärkt.Oesterreich hatte 4 active und 1 Beserve-Pontonniercompagnie.
Endlich gehörten in Frankreich, England und Dänemark zum Bestandder Artillerie auch Arbeitercompagnien: in Frankreich 9, in England 4und in Dänemark 1.
Die Pontonkunst ward in theoretischer Hinsicht wenig, aber destomehr in praktischer Beziehung vervollkommnet. Die Pontons wurden er-leichtert , ihre Bauart verbessert und ihre Anzahl bedeutend vermehrt.Die Oesterreicher gebrauchten ausser den hölzernen Pontons auch nochaus Blech gefertigte. Die Pontonnjere wurden sorgfältig im schnellenBrückenschlagen unterrichtet, wodurch man in dieser Uebung gegen frü-her eine bedeutend grössere Schnelligkeit erzielte. Die besten Ponton-niere waren die französischen. Die Franzosen bedienten sich oft auchfliegender Brücken.
Zur theoretischen und praktischen Vervollkommnung der Artillerietrugen viel die in fast allen Staaten nach dem Muster der französischeneingerichteten Artillerieschulen bei, deren man zuerst in Sachsen, dannin Oesterreich, Hannover, Holland, England, Spanien und anderen Staa-ten errichtete. In Frankreich befanden sich Artillerieschulen in jederStadt, wo ein Artillerieregiment bequartiert war, und ausserdem in