2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 1740 —1792. 33
Jahre 1762 3 Eegimenter und 6 Bataillone und im Jahre 1772 4 Regi-menter und 8 Bataillone bildeten. An reitender Artillerie waren imJahre 1759 1, im folgenden Jahre 2 und nach dem siebenjährigen Kriege7 Brigaden, jede aus 8 sechspfündigen Kanonen und 2 siebenpfimdigenHaubitzen bestehend, mit 3 Compagnien Bedienungsmannschaft vorhan-den. Ausser den Feldartillerie - Compagnien wurden zu verschiedenenZeiten 15 Compagnien Garnisonsartillerie gebildet.
Oesterreich hatte Ende dieser Periode 48 Compagnien Feldartillerie,welche 3 Regimenter und 12 Bataillone formirten, in Sachsen gab es 1,dann 2 und endlich 3 Bataillone, jedes zu 4 Compagnien, in England4 Bataillone zu 10 Compagnien, in Holland 20, in Dänemark 18 Com-pagnien, in Baiern 2 Bataillone zu 4 Compagnien u. s. w.
In Frankreich änderten sich Stand und Stärke der Artillerie sehr oft.Im Jahre 1747 bestand die Feldartillerie aus 5 Bataillonen, jedes zu10 Compagnien, und im Jahre 1756 wurde noch ein sechstes Bataillonhinzugefügt. Am Ende des siebenjährigen Krieges wurden aus den6 Artilleriebataillonen 6 Artilleriebrigaden formirt, deren jede aus 2 Com-pagnien Bombardiere, 5 Compagnien Kanoniere und einer Arbeitercom-pagnie bestand. Im Jahre 1764 zählte man 7 Fussartülerie- und 2 See-brigaden. Gelegentlich der im folgenden Jahre erfolgten allgemeinenReorganisation der französischen Artillerie wurden die 7 Feldartillerie-brigaden in 7 Regimenter, jedes zu 4 Bombardier-, 14 Kanonier- und2 Sappeur-Compagnien, umgewandelt, deren Bestand 1774 eine kleineVeränderung erfuhr.
Um beurtheilen zu können, wie sehr der Stand der Artillerie beiden verschiedenen Armeen sich erhöhte und in welchem Verhältniss dieseTruppengattung zur Gesammt-Truppenzahl stand, wird bemerkt, dassdie preussische Armee in der Schlacht bei Gzaslau oder Chotusitz (1742),bei einer Stärke von 24,000 Mann, im Ganzen nur 82 Geschütze hatte;im Jahre 1761, bei einem Stande von 66 Bataillonen Infanterie und111 Schwadronen Reiterei, aber schon über nicht weniger als 145 Ge-schütze und 30 Haubitzen der Positigns-, sowie per Bataillon über 2 Ge-schütze der Regiments-Artillerie verfügte, und im Jahre 1778, wäh-rend des bairischen Erbfolgekrieges, sogar 595 Kanonen und 216 Hau-bitzen, mit Hinzurechnung der Artillerie der verbündeten sächsischenArmee 915 Geschütze aufwies! Zur selben Zeit kamen auf jedes Ba-taillon der österreichischen Armee 8 Positions- und Regimentsgeschütze.eine ungemein grosse Proportion, die in keinem der neueren Kriege vor-kommt !
Mit der Erhöhung des Bestandes der Artillerie erweiterte sich auch derWirkungskreis derselben und vergrösserte sich die Zahl der Artillerie-parks, des Trains und der Pferde. Fast jedem kleinen Detachement
Galitzin , Allgem. Kriegsgeschichte. III. 3. 3