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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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30 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

nach der pveussischen und schwedischen am beweglichsten, wenngleichganz ungeschult war. Sie machte ihre Angriffe mit der blanken Waffeentweder in geschlossener Aufstellung im Trott, oder in deployirter imGalopp. Die letztere Art wurde hauptsächlich gegen Infanterie ange-wandt und attaque en fourrageurs genannt.

Nach dem siebenjährigen Kriege wurde bei der Reiterei, sowie beider Infanterie, mit der Einführung des preussischen Reglements begon-nen, so dass gegen Ende dieser Periode die Aufstellung und Operations-art der Reiterei schon mehr oder weniger gleichmässig waren und demwirklichen Geiste, sowie der Bestimmung dieser Truppengattung mehrentsprachen. Bei Sturmangriffen mit der blanken Waffe gab die Reitereibisweilen auch Feuer in aufgelöster oder deployirter und die Dragonerund reitenden Jäger in geschlossener Kampfordnung.

Die Evolutionen der Reiterei wurden vervollkommnet, vereinfacht undbeschleunigt. Die hauptsächlichsten waren: Bildung von drei Reihenaus zwei und umgekehrt, Schwenkungen zuerst in einzelnen, dann zuvier und endlich zu drei Sectionen u. dgl. m.

Durch die Reitergenerale Seidlitz und Ziethen, die überhaupt derpreussischen Reiterei wichtige Dienste geleistet, wurden die preussischenHusaren ungemein vervollkommnet und zu einer ausgezeichneten leichtenReiterei ausgebildet.

Zur taktischen Vervollkommnung der Reiterei trugen auch noch vielbei das allgemein eingeführte Zureiten der Frontepferde und der Unter-richt der Cavalleristen im Reiten, sowie die Uebungslager.

§. 14.Die Artillerie und Artilleriekunst.

Aehnlich wie in der vorhergegangenen Periode das Geniewesen,machte in dieser das Artilleriewesen bedeutende und wichtige Fortschrittesowohl in theoretischer als in praktischer Hinsicht. Die Artillerie wurdefast gänzlich umgestaltet und zu grosser Vollkommenheit in materiellerund laboratorischer Beziehung und besonders hinsichtlich der Fronte ge-bracht. Die wichtigsten dieser Vervollkommnungen gingen in Deutsch-land und England, und besonders in Preussen und Frankreich vor sich.

Die Feldartillerie wurde überall von der Belagerungs- und Festungs-artillerie geschieden und in Positions- und Regimentsbatterien und diePositions- oder schwere Artillerie in Compagnien, Bataillone, Regimenterund Brigaden eingetheilt. Die Kaliberbohrung, die Länge und das Ge-wicht der Geschütze wurden für alle Artilleriearten bestimmt festgestelltund waren mehr oder minder gleichförmig. Die Länge und das Gewichtder Feldgeschütze wurden verringert und fast überall das Maximum des