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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 17401792. 29

und die Karabinierregimenter aus je 3 Divisionen mit 6 Karabinier-Escadronen und 1 Division mit 2 Escadronen leichter Reiter [chevaux-Ugers). Die Kürassier- und Karabinier-Escadronen hatten 150 Mannund die Escadronen der Dragoner, Husaren und leichten Reiter 180 Mann.Folglich bestanden die Regimenter aus 900 bis 1080 und 1260 Mann.

In Frankreich hatten bis zur Zeit St. Germain's die Karabinierregi-menter je 5 Brigaden, eine Brigade 2 Escadronen, eine Escadron 3 Com-pagnien, eine Compagnie 52 Mann; die Kürassierregimenter je 3 Esca-dronen , eine Escadron 4 Compagnien, eine Compagnie 3840 Mann:die Dragonerregimenter je 3 Escadronen, eine Escadron 4 Compagnien.eine Compagnie 32 Mann und 24 Pferde; die Husarenregimenter je 4 Es-cadronen, eine Escadron 4 Compagnien, jede Compagnie 48 Mann und48 Pferde. Zu St. Germain's Zeit und nach ihm hatten alle Regimentereinen gleichförmigen Bestand zu 5 Escadronen, jede Escadron 1 Com-pagnie zu 100 Mann und 88 Pferden. Die Regimenter der reitenden Jägerhatten je 4 Escadronen von derselben Stärke.

In den anderen Staaten hatten die Reiterregimenter zu verschiede-nen Zeiten je 2, 3, 4, 6, 8, bis 12 Compagnien oder Escadronen und dieCompagnien oder Escadronen 50200 Mann.

Die preussische Reiterei stellte sich bisweilen (am Anfange der Pe-riode) in 3 Reihen auf, von denen die dritte als Reserve und bei weitenAngriffen zur Besetzung der leeren Stellen in den vorderen Reihen diente;ihre Haupt- und vorzugsweise gebrauchte Aufstellung war jedoch die-jenige in zwei Reihen.

In den anderen Armeen stellte sich die Reiterei auch zuerst in drei,späterjedoch fast überall in zwei Reihen auf (in Frankreich vom Jahre 1766an) ; in Oesterreich hingegen wurde nach Aufnahme der zweigliedrigenauch noch die frühere dreigliedrige Aufstellung beibehalten.

Die gewöhnliche Aufstellung der Reiterei war, ebenso wie die derInfanterie, 'eine deployirte, ohne Intervalle zwischen den Escadronen[en muraille) , oder mit Intervallen (von 515 Schritten). In der Auf-stellung waren die Plätze der Officiere vor und hinter der Fronte, beiden Franzosen aber in der Fronte selbst.

Friedrich II. verordnete, dass alle Bewegungen der preussischenReiterei in schneller Gangart und die Angriffe nicht anders als in Car-riere und mit der blanken Waffe ausgeführt werden sollten. Daher zeich-nete sich die preussische Reiterei, ganz wie die schwedische, durchausserordentliche Schnelligkeit in den Bewegungen und Evolutionen,sowie durch Heftigkeit der Angriffe aus.

Am Anfange dieser Periode operirte die Reiterei in anderen Armeennoch ziemlich langsam und nach früherer Art hauptsächlich mit derFeuerwaffe. Eine Ausnahme davon machte die französische Reiterei, die