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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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28 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Sieg. Sie bestand aus der schweren (Kürassiere und Karabiniere), dermittleren (Dragoner) und der leichten (Husaren), ferner aus reitendenJägern und (in Preussen) Ulanen. Die schwere Reiterei wurde aus-schliesslich im Kampf verwendet und konnte als Hauptgattung der Rei-terei angesehen werden; die mittlere und leichte aber fanden im Kampfesowohl als hauptsächlich im Vorpostendienst und im kleinen Kriege Ver-wendung.

Nach dem Muster der polnischen Reiterei errichtete Friedrich IL imJahre 1745 eine und im Jahre 1760 zehn Compagnien Ulanen oder Bos-niaken, die mit Piken bewaffnet waren und aus denen in der Folge einRegiment gebildet wurde. In Preussen, Frankreich und einigen anderenStaaten wurden reitende Jäger formirt, die in der preussischen Armeeden eigentlichen Dienst derFeldcouriere und in den anderen Staaten dender reitenden Scharfschützen versahen und sich als sehr nützlich erwie-sen. In Frankreich gab es zuerst 6, dann 12 Regimenter reitenderJäger, von denen jedes eine Zeit lang mit einem Bataillon Jäger zu Fussvereinigt war.

Husaren gab es in Preussen anfangs nur 9 Escadronen, später 7 Re-gimenter, in Frankreich anfangs 4, dann 6 Regimenter.

Die Bewaffnung der Reiterei war fast dieselbe wie in der vorher-gehenden Periode und bestand aus einem Karabiner und bei den Dra-gonern aus einer Flinte mit Bajonnet (die Bajonnete bei den Dragonernwurden nach dem siebenjährigen Kriege abgeschafft), aus Pistolen, einemkrummen Säbel oder geraden Pallasch, und bei den Ulanen ausserdemr.och aus der Pike. Die Feuerwaffe der Reiterei wurde so wie bei derInfanterie erleichtert und vervollkommnet. Mit Ausnahme der österrei-chischen Kürassiere, welche die Kürasse, und einiger Reitergattungenanderer Armeen, die die Helme beibehielten, kam die Schutzrüstung beider Reiterei ganz ausser Gebrauch.

Die Reiterei wurde in Escadronen, Divisionen und Regimenter ein-getheilt, deren Bestand und Stärke in den verschiedenen Staaten un-gleich war.

In Preussen hatten die Kürassierregimenter am Anfange dieser Pe-riode : die Kürassiere 5, die Dragoner- und Husarenregimenter 5 undJ0 Escadronen und 500 bis 1900 Mann, und am Ende der Periode hattendie Kürassier- und Dragonerregimenter je 5 Escadronen und 600 bis700 Mann und die Husarenregimenter je 10 Escadronen und 1300 Mann.

In Oesterreich hatte am Anfang dieser Periode jedes Reiterregiment4 Escadronen, 8 Compagnien (jede Escadron 2) und gegen 800 Mann,und am Ende des siebenjährigen Krieges bestanden die Kürassier- undDragonerregimenter je aus 3 Divisionen und 6 Escadronen (jede Divi-sion 2), die Husarenregimenter aus je 4 Divisionen und 8 Escadronen