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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2. Das Kriegswesen und die Kriegskunst in der Periode von 17401792. 23

Schutzrüstungen: Harnische, Kürasse u. dgl., hatte die Infanterieschon gar l.icht mehr.

Die Infanterie wurde überall in Compagnien, Bataillone, Regimenterund Brigaden (in Frankreich ausserdem noch am Ende der Periode inDivisionen) eingetheilt.

Der Bestand und die Stärke derselben war in verschiedenen Staatenungleich. In Preussen hatten die Regimenter zu Friedrich's II. Zeiten1 bis 4, grösstentheils aber 2 Bataillone, und jedes Bataillon 6 Com-pagnien. Im Ganzen bildeten ein Regiment "240 340 Grenadiere und11401620 Musketiere. Unter Friedrich Wilhelm IL wurden alle Re-gimenter in 3 Bataillone getheilt, und hatten 12 Compagnien (4 Gre-nadier- und 8 Musketiercompagnien) und im Ganzen (mit den Artille-risten bei den Regimentsgeschützen) gegen 2400 Mann. Aus jeder Com-pagnie waren 10 Mann als Schützen und zum Vorpostendienst bestimmt.Ausserdem waren bei jedem Regiment ein Reserve-Bataillon von 400 bis410 Mann zur Schulung der Rekruten und eine Invalidencompagnie von52 Mann errichtet.

In Oesterreich hatten die Regimenter anfangs 2 bis 4 Bataillone,und ein Bataillon 5 Compagnien (4 Musketier- und eine Grenadiercom-pagnie), in der Folge aber erhielten sie einen gleichförmigen Bestand undhatten zu Kaiser Joseph's H. Zeiten 2 Bataillone zu 2 Grenadier- und16 Füseliercompagnien und an Mannschaft gegen 4100 Mann.

In Frankreich bestanden die Regimenter zuerst aus einem, dann(seit der Zeit St. Germain's) aus 2 Bataillonen, mit Ausnahme von 12 Re-gimentern, deren jedes aus 4 Bataillonen bestand. Die Bataillone warenzuerst aus 5 Compagnien zu 48, dann aus 8 Compagnien zu 54 und end-lich aus 10 Compagnien (1 Grenadier-, 1 Jäger- und 8 Füsiliercompagnien),jede zu 125 Mann, zusammengesetzt.

In den übrigen Staaten bestanden die Regimenter theils aus einem,theils auszweiBataillonen ; aus5 bis 12 Compagnien und5001500 Mann,aus Bataillonen von 5 bis 10 Compagnien und 500800 Mann, und end-lich aus Compagnien von 50 bis 150 Mann.

Die wichtigsten Aenderungen gingen in der Fronte und Operations-art der Infanterie vor. Schon Ende der vorhergehenden Periode wurdendie dünne Fronte in 4 Reihen und das Gewehrfeuer in der europäischenInfanterie vorherrschend; bei der preussischen Infanterie war die Frontenoch dünner und das Gewehrfeuer vollständiger, stärker und daher ge-bräuchlicher. Bei der Thronbesteigung Friedrich's II. stellte sich schondie preussische Infanterie in 3 Reihen auf und übertraf bei weitem dieInfanterie anderer Armeen an Schnelligkeit beim Laden und Feuern.Diese Art von Ueberlegenheit derselben war Friedrich IL auf jede Weisebemüht, wie ganz natürlich, auszunutzen. In den Kriegen, die den