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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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22 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

nicht abändern wollte, obgleich er denselben nicht ganz guthiess. Seitdem siebenjährigen Kriege wurden die preussischen temporär zusammen-gezogenen Grenadierbataillone in ständige umgewandelt. Nur in Frank-reich blieben die Grenadiercompagnien, wie früher, im Bestände ihrerBataillone; aus den Grenadiercompagnien der Miliz aber wurden imJahre 1745 sieben abgesonderte Grenadierregimenter [grenadiers royauxon de France) gebildet, deren Zahl dann auf 11 und noch später auf 13erhöht wurde.

Ausser den Musketierregimentern bildete Friedrich II. in Preussen7 neue Füselier- (die sich von den Musketieren nur durch ihre Kopf-bedeckung unterschieden) und 9 Garnisonregimenter. Nach dem sieben-jährigen Kriege wurde die Zahl der ersteren auf 23 vergrössert.

Die Zahl der leichten Infanterie wurde allmälig vermehrt und inallen Armeen kamen besondere Compagnien und Bataillone von Jägernund Scharfschützen zum Vorschein. Die beste leichte Infanterie bildetenunstreitig die ungarischen Panduren und Kroaten, welche in früherenZeiten grösstenteils als Beiter dienten, eine Art Miliz ausmachten undzum Dienst im Falle eines Krieges einberufen, in der Folge aber in stän-dige Truppen umgewandelt und auf der türkischen Grenze unter derBenennung Grenztruppen aufgestellt wurden. Sie bildeten abgesonderteBataillone, wurden im Kriege hauptsächlich zum Vorpostendienst ver-wendet und waren besonders für den kleinen Krieg in Gebirgs- und zer-klüfteten Gegenden nützlich.

Um der österreichischen leichten Infanterie eine Truppengattungdieser Art entgegenstellen zu können, errichtete Friedrich II. Feldjäger-compagnien, jede aus 60 Mann guter Schützen. Während des sieben-jährigen Krieges wurden diese Compagnien verstärkt und in Batailloneumgewandelt, und ausserdem ein Freibataillon gebildet, das sich in glei-cher Weise zum Linien- wie zum Dienste der leichten Infanterie eignete.1759 bestanden in Preussen schon 10 Schützenbataillone. Bald daraufbildeten die Oesterreicher auch bei sich Bataillone von Tiroler Jägern.In Frankreich war zuerst bei jeder Infanteriebrigade ein Bataillon Jäger,später aber eine Jägercompagnie bei jedem Infanterieregimente: amEnde dieser Periode wurden dann alle Jäger zu Fuss in 6 Bataillone ver-einigt, deren Zahl später auf 12 stieg.

Die Bewaffnung der Infanterie bestand aus Flinten mit Bajonnetenund Pallaschen oder Säbeln. Die Flinten wurden zuerst in Preussen, dannauch in anderen Staaten durch die Einführung von trichterförmigen Zünd-löchern und walzenförmigen eisernen Ladstöcken vervollkommnet; auchwurden die Flinten noch leichter gemacht. In Oesterreich waren dieJäger-compagnien der Grenzbataillone mit doppelläufigen Flinten bewaffnet.