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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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14 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Krankheit des Königs, die schliesslich in eine gefährliche Wassersuchtausartete. Den ganzen Winter von 1739 auf 40 litt der König ungemein.Friedrich wich nicht von seiner Seite. Im Frühjahre 1740 wurde die Lagedes Königs in Potsdam äusserst gefährlich. In Eile wurde Friedrich ausRheinsberg berufen, und der König, als er ihn nur von Weitem sah, brei-tete seine Arme aus, in die Friedrich, mit Thränen in den Augen, sichstürzte und lange verblieben sie schweigend in der gegenseitigenUmarmung. Endlich sagte der König zu ihm: »Wenn ich auch immerstreng gegen dich war, so habe ich dich doch immer heiss geliebt;dafür hat Gott mir den süssen Augenblick geschenkt, dich noch ein Malzu sehen.« Darauf blieb er eine ganze Stunde mit ihm allein, ihn mitseltener Festigkeit in alle inneren und äusseren Staatsangelegenheiteneinweihend. Und am andern Tage sagte er in Friedrich's Gegenwartzu vielen seiner Würdenträger: »Nicht wahr, der Herr ist mir sehr gnä-dig, er hat mir einen würdigen und edlen Nachfolger gegeben! « Fried-rich küsste innig die Hand des Vaters, der ihn in seine Arme schloss undlange umarmte und dann ausrief: »Gott, ich sterbe ruhig, mein Sohnwird meine Liebe zum Volke nicht zu Schanden machen.«

Einige Tage darauf Hess der König sich auf einem Lehnsessel inden Empfangssaal tragen, und hier, in Gegenwart Friedrich's, des Hofes,der Minister und der Stabsofhciere seines Regiments, sein Testament, dasseinen letzten Willen enthielt, verlesen, kraft dessen er das Königreichund sein Regiment Friedrich übergab, seine Unterthanen beschwor, demSohne eben so treu zu sein, wie sie es dem Vater gewesen. Aber dieAnstrengung der Kräfte erschöpfte ihn so sehr, dass er gleich darauf sichin sein Cabinet auf sein Bett tragen Hess und im Todeskampfe, er-geben, im Gebet am 31. Mai 1740 verschied.

Vor seinem Tode befahl er, ihn so einfach als möglich zu bestatten.Aber Friedrich erfüllte seinen Wunsch nicht: weil er nicht wollte, dassdas Volk das Wegfallen der gewöhnlichen feierlichen Bestattungs-Cere-monien dem früheren Missverhältniss zwischen Vater und Sohn zu-schreibe , befahl er hingegen, die Bestattung der Leiche seines Vatersauf die feierlichste, glänzendste Weise zu begehen.

Und als diese vollzogen war, bestieg den Thron Preussens ein neuer,28 jähriger König Friedrich II.

§ 10.Schiusa,

Es erschien uns nothwendig, die 28jährige Lebensperiode EYied-rich's IL umständlich darzustellen, um einen richtigen Begriff darüberzu geben, wie sich in Friedrich nach und nach der zukünftige berühmte