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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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10 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Einfluss der österreichischen Partei fiel seine Wahl auf die Prin-zessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern,eine Nichte der Kaiserin von Oesterreich. Im März 17:52 kam siemit ihrer ganzen Familie nach Berlin und wurde mit Friedrich ver-lobt, dem sie durch ihre Schönheit, Bescheidenheit, Sanf'tmuth und ihrenleinen und gebildeten Geist gefiel. Die Hochzeit aber wurde bis zumJahre 1733 aufgeschoben und Friedrich kehrte bald nach Ruppin zuseinem Kegimente zurück. Zu der Zeit waren seine Einkünfte noch sehrbeschränkt, die Ausgaben für das Regiment aber (besonders zur Wer-bung grosser Soldaten bedeutend, und er gerieth in Schulden. Die öster-reichische Partei aber, um sowohl Friedrich als dessen Schwester, dieauch nur kleine Einkünfte hatte, für sich zu gewinnen, trug ihnen unterfeinen und scheinbar rechtmässigen Ursachen »Hülf'ssummen« an, diedann unbemerkbar in jährliche Pensionen übergehen sollten, und allesdies im Geheimen vor dem Könige. Jedoch die listigen Handlungen derösterreichischen Partei erreichten nicht ihr Ziel und alle ihre Intriguenwaren vergeblich.

§.6.Friedrich's Vermählung (1733).

Am 12. Juni 1733 wurde in Salzdahlum, einem Lustschlosse desHerzogs Ludwig von Braunschweig-Wolfenbüttel, des Grossvaters derBraut, die eheliche Verbindung Friedrich's um 22. Lebensjahre; mitder Prinzessin Elisabeth Christine auf die glänzendste Weise vollzogen,obgleich diese Verbindung für Niemand besonders freudeerregend war.Die Neuvermählten folgten nicht dem Zuge ihres Herzens, sondern demWillen ihrer Eltern; die Mutter Friedrich's war in Verzweiflung darüber,dass ihre früheren Pläne nicht in Erfüllung gegangen waren, der Königwar mit den Oesterreichern und diese mit ihm unzufrieden. Dessenun-geachtet wurde die Hochzeit sowohl in Salzdahlum, als auch später inBerlin, nach feierlichem Einzüge der ganzen königlichen Familie, glän-zend begangen. Friedrich war das königliche Schloss in Berlin als Woh-nung angewiesen und ausserdem kaufte der König und schenkte ihm dasSchloss Rheinsberg, 2 Meilen von Ruppin entfernt, damit nach des Kö-nigs Worten »die Frau ihn nicht von den Dienstpflichten abziehe«.

§.7.Erster Feldzug (1734).

Bald hatte Friedrich Gelegenheit, den Krieg in der Wirklichkeitgenau kennen zu lernen, und zwar während des im Jahre 1733,nach dem am 1. Februar desselben Jahres erfolgten Ableben des Kur-