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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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218 Beilagen.

So endete der Feldzug Turenne's undWrangel's im westlichen und südwestlichenDeutschland im Jahre 1646, der in vieler Hinsicht merkwürdig ist und es verdientgründlich betrachtet und studirt zu werden, 1) weil in ihm die französische unddie schwedische Armee auf eine selten geschickte Weise im Angesichte desconcentrirten kaiserlich-bairischen Heeres ihre Vereinigung bewirkten, 2) weilsie, obgleich bedeutend schwächer, von zwei geschickten, kühnen und ent-schlossenen Feldherren, die in vollem Einverständnisse mit einander standen,geführt, nur durch vorzügliches Manövriren, zwei Mal das feindliche Heer um-gingen , die Baiern zur Trennung von den Reichstruppen und den Kurfürstenvon Baiern zur Lossagung vom Kaiser zwangen, sowie endlich den Kurfürstennöthigten, einen Separatfrieden zu schliessen. Das Urtheil Napoleon's I. überden Marsch Turenne's (undWrangel's) von Hessen gegen Friedberg, Bonames,Buchheim und Windecken ist schon oben angeführt, über den Marsch Turenne's(gleichfalls im Verein mit Wrangel) von Lauingen gegen Kirchheim und Lands-berg drückt sich Napoleon I. mit gleichem Lobe und zwar in folgenden Wortenaus: »Les manoeuvres pour deposter l'archiduc de son camp entre Memmingenet Landsberg sont pleines d'audace, de sagesse e#de genie; elles sont fecondesen grands resultats, les militaires les doivent etudier.« Hierbei ist zu bemerken",dass Napoleon I. das Verdienst des ersten und zweiten Marsches Turenne alleinbeimisst, während die Ehre derselben ebenso Wrangel als Turenne zukommt,da sie die ganze Zeit über im vollkommensten Einverständnisse mit einanderhandelten, was ein äusserst seltenes Beispiel ist und zu Gunsten beider spricht.Der Feldzug des Jahres 1647. Nachdem der Kurfürst von Baiern sichvom Kaiser getrennt, blieb dieser allein, ohne alle Bundesgenossen, weshalb auchdie Uebermacht sich entschieden auf die Seite der Schweden und Franzosenneigte, gegen deren vereinigte Armeen (14,000 Mann Infanterie und 20,000Mann Reiterei) die kaiserliche Armee unter Erzherzog Leopold (5000 MannFussvolk und 6000 Mann Reiterei) im Felde sich nicht mehr mit Erfolg haltenkonnte. Turenne und Wrangel hatten 1647 folglich nur die Früchte dessen,was sie 1646 so geschickt gesäet, zu ernten. Die Politik des französischenHofes jedoch beraubte sie dieser Früchte. Um die Streitkräfte beider Theileins Gleichgewicht zu bringen, wurde Turenne mit seiner Armee aus Deutsch-land, wo seinen geschickten Operationen ein so herrliches Feld offen lag,zurückberufen, um sich in die Niederlande zu begeben, wo ein einförmiger,träger Festungs- und Belagerungskrieg geführt wurde und wo, nachdem dieArmee Conde's nach Catalonien abmarschirt war, die zurückgebliebenen Truppensich in ihrer Zahl sehr vermindert hatten. Vergebens machte Turenne demCardinal Mazarin die nachdrücklichsten Vorstellungen über die Nachtheile seinerAbberufung, er war gezwungen, im Anfang Mai 1647 der eigenhändigen

Texte ioben Kapitel VI §. 56) und der Biographie Wrangel's zu vergleichen. Das-jenige, was in der Letzteren von dem Marsche Wi'angol's nach Böhmen und von dortzur Weser gesagt ist, bezieht sich schon auf den Feldzug des Jahres 1647.