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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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210 Beilagen.

Bergschlösser genommen, kehrte der Herzog von Enghien mit seinem Heereüber Kaiserslautern und Metz nach Frankreich zurück, während Turenne miteiner nur geringen Truppenanzahl bei Philippsburg blieb. Einige Tage spätererhielt Turenne die Nachricht, dass Mercy mit seinem ganzen Heere Würtein-berg verlassen und gegen Heidelberg und Mannheim vorrücke, was ihn ver-muthen Hess, dass Mercy ihu von Speier. Worms und Mainz wegzulocken be-absichtige, um sich Philippsburgs zu bemächtigen. Sofort liess Turenne 2000Mann bei dieser Stadt in einem befestigten Lager zurück, überschritt mit einigenhundert Musketieren und der ganzen Eeiterei bei Speier den Rhein, schickte1000 Mann Reiter nach Worms und Mainz und ergriff überhaupt alle nöthigenMassregeln, diese vier Punkte zu decken. Mercy that jedoch von alledem, wasTurenne vermuthete, nichts, sondern blieb ruhig zwischen Heidelberg undMannheim stehen, nach Turenne's Ansicht, aus Mangel an Lebensmitteln.Sodann liess Turenne, nachdem er einige Cavallerie-Regimenter bei sich zurück-behalten , die er in die Städte vertheilte, die übrige Reiterei ihres Unterhalteswegen die Winterquartiere in Lothringen beziehen. Von der Infanterie bliebenvor Philippsburg 2000 Mann, während er den Rest derselben zu sich ins Elsassnahm. Bald darauf erhielt er die Nachricht, dass der Herzog von Lothringenmit 5 6000 Mann die Mosel überschritten , Castellaun und Simmern einge-schlossen und Bacharach am Rhein angegriffen habe. In Folge dessen mar-schirte Turenne mit 4 500 Reitern gegen Mainz und Bingen, verbreitete dasGerücht, als beabsichtige er mit seinem ganzen Heere gegen den Herzog vonLothringen vorzurücken, wozu er auch schon alle Anstalten traf, und zwangihn dadurch zum Rückzuge. Nachdem er sich hierauf des Kreuznacher Schlossesbemächtigt, liess er sein ganzes Heer in der ersten Hälfte des December dieWinterquartiere in Lothringen, im Elsass und längs dem linken Rheinuferbeziehen und nahm sein Hauptquartier in Speier.

Der Feldzug vom Jahre 16-15. In den ersten Tagen des April überschrittTmenne's kleines Heer (im Ganzen 6000 Mann Infanterie, 5000 Mann Reitereiund 15 Geschütze) bei Speier auf einer Schiffsbrücke den Rhein und rücktegegen Pforzheim und dessen Umgegend, wo er ausgedehnte Quartiere bezog.Hierbei hatte Turenne die Absicht, durch frühzeitige Eröffnung des Feldzugesdem General Mercy zuvorzukommen, der mit 6 7000 Mann jenseits des Ne-ckars stand, von diesen Truppen aber 34000 Mann nach Böhmen zur Unter-stützung des kaiserlichen Heeres gesandt, ehe er selbst Verstärkungen an sichgezogen hatte. Den 10. April überschritt Turenne den Neckar bei Marbach,vermittelst einer Furt, marschirte am rechten Flussufer hinab an Heilbronn vor-über nach Sehwäbiseh-llall, um Mercy von Süden gegen Norden zurückzuwerfen.Mercy, der wirklich die Absicht hatte, nach Schwaben in südlicher Richtungsich zurückzuziehen, war dadurch genöthigt, gegen Dinkelsbühl und Feucht-wangen in östlicher Richtung seinen Plan auszuführen. Turenne concentrirtenun seine Armee bei Hall, rückte nach Norden gegen Mergentheim, um diehessischen Länder in seinem Rücken zu haben, aus denen er im Sommer