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zeichneten ihn unstreitig als Feldherrn aus. In der Jugend zu einer rauhenLebensweise und zu unbedingtem Gehorsam erzogen, forderte er dasselbe vonseinen Untergebenen, weshalb er auch von ihnen nicht geliebt wurde, umsomehr,da er selbst uneigennützig und ehrenhaft war, eine Seltenheit in damaliger Zeit.Sein Aeusseres entsprach seinen Handlungen und trug nicht wenig zu dem durchdie Geschichtschreiber von ihm entworfenen finsteren Bilde bei. Von mittlererGrösse, war er kräftig und stark gebaut, ertrug mit Leichtigkeit alle Mühenund Entbehrungen des Soldatenlebens und hatte ein hässliches (nach Andernsogar widerliches) Gesicht. Sein Blick war voll Feuer, doch streng und flössteeine unwillkürliche Angst ein. In religiöser Hinsicht war er ein eifriger, jafanatischer Katholik, erfüllte alle Gebräuche der Kirche mit der grössten Strengeund blieb bis zu seinem Tode halb Mönch, halb Krieger. In Folge seinerStrenge, Rauhheit und bis ins Kleinliche gehenden Genauigkeit nannte ihn GustavAclolpli den »alten Corporal«. Im Allgemeinen war er ein origineller Typusseiner Zeit und einer der merkwürdigsten kriegerischen Factoren derselben, eineifriger Kämpfer für den Katholicismus, die stärkste Stütze desselben, des Kaisersund der Liga, und im Laufe von 30 Jahren ein fester und sicherer Beschützerder politischen Thätigkeit Baierns.
X.Turenne.
Nach den schwedischen und deutschen, protestantischen und katholischenIlauptfeldherren des 30jährigen Krieges muss zweier der bedeutendsten fran-zösischen Generale dieser Zeit, Turenne's und Üonde s, gedacht werden. Ihrekriegerische Thätigkeit gehört theils dieser, theils der folgenden Periode an,weshalb ihrer auch in beiden erwähnt werden wird, d. h. hier nur ihre Leistun-gen bis zum westphälischen Frieden.
Heinrich de la Tour d'Auvergne,Vicomte de Turenne, wurde am 11. Sep-tember 1611 zu Sedan geboren und war der zweite Sohn Heinrich's de la Tourd'Auvergne, Herzogs von Bouillon, Prinzen von Sedan, und Elisabeth's von Nas-sau, der Tochter Wilhelm's I. von Uranien. Er wurde im protestantischenGlauben erzogen. Bis zu seinem 12. Jahre war er von schwächlichem Körper-bau, zeigte weder besondere Fähigkeiten , weder rasches und leichtes Begriffs-vermögen noch grossen Fleiss. Sein Vater jedoch, welcher der Erziehung seinerKinder besondere Sorgfalt widmete, erweckte seinen Ehrgeiz in dem Grade,dass er alle seine Geisteskräfte anspannte und in kurzer Zeit grosse Fortschrittemachte. Verstand und Geist wurden bei ihm durch das Beispiel der grossenMänner des Alterthums entflammt, namentlich Alexanders des Grossen, dessenLeben und Thaten er mit Entzücken im Quintus Curtius *J studirte. Leider
*) Bemerkenswerth ist, dass Gustav Adolph, viele der besten Feldherren des15. bis 18 Jahrhunderts und unserSuwarow enthusiastische Anhänger Alexandev's