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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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206 Beilagen.

verlor er schon in seinem 12. Jahre den Vater, welchen der älteste Sohn be-erbte, während der jüngere, Heinrich, nach Holland zu seinem Oheim, demPrinzen Moritz von Oranien, geschickt wurde. Doch auch dieser starb baldund hatte seinen Bruder Friedrich Wilhelm zum Nachfolger. Diese Unglücks-fälle und seine Lebensumstände trugen nur dazu bei, seine natürlichen Anlagenfrühzeitiger zu erwecken und ihn um so schneller in seiner militärischen Lauf-bahn vorwärts zu bringen. In den Dienst trat er als Gemeiner (1626), dochschon im folgenden Jahre (1627) wurde er Hauptmann, machte seinen erstenFeldzug, befand sich bei den Belagerungen vou Klundert, Willemstad und Grolund zeichnete sich' 1629 bei Herzogenbusch dermassen aus, dass er die volleAchtung seines Oheims, des Prinzen von Oranien, sich erwarb, der von ihmsagte : »Turenne hat alle Anlagen, ein grosser Feldherr zu werden.« Als Obristtrat er 1630, erst 19 Jahre alt, in französische Dienste; 1634 erhielt er einRegiment, mit dem er sich an der Belagerung der Festung La Motte betheiligte,wobei er sich durch Kühnheit und Tapferkeit so hervorthat, dass er, erst2f3 Jahre alt, zum Generalmajor (marechal-de-camp) avancirte. 1635 machteer seinen ersten Feldzug in Deutschland in dem Heere, mit welchem der Car-dinal La Valette den Schweden zu Hülfe kam und das, vereint mit Bernhardvon Sachsen-Weimar, Mainz entsetzte. Das Heer La Valette's musste sichjedoch zurückziehen, wobei Turenne sich durch seine Thätigkeit auszeichnete,sowie durch seine Bemühungen für die Verproviantirung des Heeres. 1636verlangte La Valette dringend, dass Turenne bei seinem Heere belassen würde,und bei der hierauf folgenden Belagerung der Festung Zabern im Elsass, wiebei der Erstürmung derselben, als Herzog Bernhard sich der oberen Stadt nachdem dritten Sturme bemächtigt hatte, eroberte Turenne die untere Stadt unddie Citadelle, wobei er Wunder der Tapferkeit that und schwer am Armverwundet wurde. Gegen Ende des Feldzuges -erhielt er den Auftrag, Gallasaus der Franche-Oomte zu verdrängen, den er ungewöhnlich rasch und energischausführte; beim Flecken Jussey erreichte er Gallas, schlug und verfolgte ihnund nahm ihm eine Menge Gefangener. Als darauf Gallas den Herzog Bern-hard an der Belagerung von Joinville hindern wollte, stellte Turenne sichzwischen sie und zwang Gallas, sich gegen den Rhein zurückzuziehen. ImJahre 1637 nahm er am Feldzuge La Valette's in der Picardie Theil, und beiLandrecies bewies er während des damals herrschenden fortwährenden starkenRegenwetters die grösste Sorgfalt für die Truppen, denen er, sich selbst nichtschonend, mit seinem persönlichen Beispiel im Ertragen der Mühen und Eut-

des Grossen waren; doch das Merkwürdigste dabei ist, dass sie sein Leben undseine Thaten nicht durch das Lesen Arrian's, eines Geschichtschreibers, kennengelernt, - sondern aus Quintus Curtius, eines Romantikers oder richtiger eines Mär-chenerzählers. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass das Werk des Letzterenals Roman oder Märchen für Knaben und Jünglinge anziehender ist, als die trockeneGeschichte.