200 Beilagen.
Sein Vater gab ihm im Allgemeinen eine ausgezeichnete, doch zu gesuchte Er-ziehung, schickte ihn mehrere Male auf Reisen, vornehmlich nach Rom undüberliess aus religiösem Eifer ihm, dem 23jährigen Jünglinge, die Verwaltungdes Herzogthums Ober- und Niederbaiern. Von der Natur mit ausserordent-lichen Eigenschaften des Geistes und der Seele begabt," durch ernsten undstrengen Unterricht gebildet, und beseelt von dem Wunsche, der Wohlthäterseines Volkes zu werden, bezahlte Maximilian die Staatsschulden und würdeBaiern auf die höchste Stufe der Macht und Blüthe gebracht haben, wenn erin friedlichen und nicht so stürmischen Zeiten gelebt hätte. Doch die Religions-streitigkeiten und Kriege, besonders der 30jährige, beraubten Baiern einesTheiles der Früchte der weisen Regierung Maximilians.
Kaiser Rudolph II. übertrug ihm 1607 die Vollstreckung der Reichsachtüber Donauwörth, womit die bedeutende Rolle, die er in der Folge spielte, be-ginnt, indem er für die Katholiken in die Schranken trat. Als 1608 zu Ahausenunter Vorsitz Friedrich's IV., Kurfürsten von der Pfalz, die protestantischeUnion gestiftet wurde, gründete Maximilian 1609 die katholische Liga, welcheihn zu ihrem Haupte erwählte. Er verband sich mit Ferdinand IL, brachte fürihn Oberösterreich zum Gehorsam, siegte in der Schlacht am Weissen Berge(1620) und unterwarf die Ober-und Unterpfalz. Ferdinand IL belohnte ihndafür im Jahre 1623 mit der Kur würde und überliess ihm die Erblande desKurfürsten Friedrich V. von der Pfalz als Entschädigung für die bisher aufge-wandten Kriegskosten, die sich auf 13 Millionen Gulden beliefen. Sein Feld-herr Tilly war es, der den Markgrafen von Baden-Durlach, Christian vonBraunschweig und den König von Dänemark besiegte, aber 1631 bei Leipzigvon Gustav Adolph eine vollständige Niederlage erlitt. Doch schon vorherstellte sich Wallenstein dem bairischen Kurfürsten auf dem Wege zu Machtund Ruhm entgegen, und von dieser Zeit an bis zum Tode des Erstem nahm dieFeindschaft zwischen ihnen immer mehr zu. Wenngleich Maximilian auf demReichstage zu Regensburg 1630 die Absetzung Wallenstein's durchsetzte, sokonnte er es doch nicht hindern, dass nach der Niederlage Tilly's bei LeipzigWallenstein wieder zum Oberbefehlshaber ernannt wurde. Seit dieser Zeitsuchte Wallenstein bei jeder Gelegenheit Maximilian zu demüthigen. Besondersnachtheilig war diese Feindschaft sowohl für die katholische Liga als auch fürMaximilian während der Kriegsoperationen bei Nürnberg. Hierzu kam nochzum Unglücke und zum Leidwesen Maximilians, dass seit 1632 bis zu Ende desKrieges Baiern der beständige Schauplatz desselben war und dadurch aufsGrässlichste verwüstet wurde. Zunächst rückte Gustav Adolph 1632 in dasKurfürstenthum ein und eroberte Donauwörth und München. Als er gegenNürnberg und von dort nach Sachsen zog, drangen nach seinem Tode HerzogBernhard von Sachsen-Weimar und die Schweden, später aber auch die Fran-zosen in Baiern ein, die ein solches Uebergewicht erlangten, dass Maximilian16-17 zur Neutralität gezwungen wurde. Ferdinand IL that alles Mögliche,