VI. Wrangel. 189
Schleswig und Jütland, belagerte und nahm die Festung Kronborg (6. Sept.165S). Hierauf wurde ihm wiederum der Oberbefehl über die schwedischeFlotte, die Kopenhagen anzugreifen bestimmt war, anvertraut; ein Angriffkam aber nicht zu Stande, weil die Dänen Kopenhagen stark befestigt hattenund denselben eine holländische Flotte zu Hülfe kam, wenngleich letztere(29. October 1658) von Wrangel geschlagen wurde. Dagegen wehrte er eineLandung ab, welche die Dänen auf Fünen (Fyen) 1659 zu machen beabsichtigten.In dem Kriege Ludwig's XIV. gegen Holland und Deutschland, an demSchweden 1674 und 1675 Antheil nahm, befehligte Wrangel ein 16,000 Mannstarkes Heer, das in Brandenburg operirte, erkrankte aber, was aller Wahr-scheinlichkeit nach der Grund war, dass die Unternehmungen der Schwedenmisslangen.
Der grosse Kurfürst Friedrich Wilhelm eilte mit seinem Heere vom Rheinnach Brandenburg und sein berühmter Feldmarschall Derfflinger überfiel den15. Juni 1675 bei Rathenow den schwedischen Obristen Wangelin, den er mitseinem ganzen Regimente gefangen nahm, worauf drei Tage später, den18. Juni, der Kurfürst selbst mit nur 6000 Mann das 13,000 Mann starke Heerder Schweden bei Fehrbellin schlug, in Folge dessen die Schweden Branden-burg räumten und sogar Vorpommern verloren. '
Krankheit und Altersschwäche bewogen Wrangel, sein Amt niederzulegen,worauf er im folgenden Jahre 1676, 63 Jahre alt, verschied. Mit Ausnahmeder beiden letzten Jahre, in denen in Folge seiner Krankheit seine Unter-nehmungen missglückten, hat er im Laufe seiner 45jährigen kriegerischenThätigkeit (1630—1675) sich immer als talentvoller und geschickter Feldherrsowohl zu Lande, wie auch als Befehlshaber der Flotte und als würdigerSchüler Gustav Adolph's bewiesen. Besonders bemerkenswerth sind seine vor-sichtigen Defensivoperationen in Mecklenburg und Pommern 1641—1645 undseine kühnen, raschen und entschlossenen Offensivoperationen im Verein mitTurenne in den drei letzten Jahren des 30jährigen Krieges (1646—1648).Diese Operationen geben Wrangel unstreitig eine Stelle in der Reihe der bestenschwedischen Feldherren dieses Krieges , wie in der Zahl der geschicktestenFeldherren überhaupt.
VII.
Wallensteiu.
Nach den kurzen Militärbiographien und Charakteristiken der hervor-ragendsten Feldherren des 30jährigen Krieges auf schwedischer Seite müssenauch einige seitens der Katholiken angeführt werden. An ihrer Spitze stehtWallenstein.
Zum Voraus muss bemerkt werden, dass die Quellen und historischen Hülfs-mittel, die sich auf das Leben und besonders auf die Persönlichkeit Wallen-stein's beziehen, ebensosehr einander widersprechen, wie diejenigen, die sich