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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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VI. Wrangel. - 187

VI.Wrangel.

Vor Beendigung des Krieges war Wrangel der letzte Höchstcommandirendeder schwedischen Truppen in Deutschland.

Karl Gustav Wrangel, 1613 geboren, stammt aus einem alten, vornehmenund berühmten Adelsgeschlechte Schwedens. Sein Vater Hermann Wrangel,ein schwedischer General, der die Kriege Karl's IX. gegen Dänemark, Polenund Russland mitgemacht und zum Gouverneur von Iwangorod ernannt worden,wurde von Gustav ^dolph, den er nach Deutschland begleitete, zum Feldmar-schall befördert und führte hier verschiedene diplomatische Aufträge aus. Vonder Königin Ghristiua zum Generalgouverneur von Livland ernannt, starb erdaselbst 1614. Sein Sohn erhielt eine vortreffliche Erziehung und Bildung,machte in Frankreich und Holland Reisen und trat früh in den Kriegsdienst,indem er, 17 Jahre alt, Gustav Adolph nach Deutschland begleitete, wo erunter dessen persönlicher Leitung und nach dessen Beispiel die Kriegskunsterlernte.

Nach dem Tode Gustav Adolph's diente er unter Herzog Bernhard vonSachsen-Weimar und Baner, und nach des Letzteren Tode war er, bis zurAnkunft Torstenson's, im Range eines Generalmajors (28 Jahre alt) einer der-jenigen Generale, welche die schwedischen Heere in sehr verwickelten undungünstigen Verhältnissen commandirten. Nach Torstenson's Ankunft machteer unter ihm alle Feldzüge in Deutschland. Schlesien, Böhmen, Mähren, Oester-reich und Holstein mit. Nach dem Tode des Admirals Klaas Flemming wurdeer Oberbefehlshaber der schwedischen Flotte, die am 25. Juni 1644 ge-zwungen war, der dänischen Uebermacht zu weichen. Dagegen gelang esWrangel, von einigen holländischen Schiffen unterstützt, den 13. October 1644die dänische Flotte bei der Insel Femarn zu schlagen. Hierauf kämpfte erglücklich mit einem kleinen Gorps in Holstein und Schleswig bis zu dem am28. August 1645 zu Brömsebro mit Dänemark geschlossenen Frieden und mar-schirte dann wieder nach Deutschland. Als Torstenson in Folge seiner Krank-heit 1646 nach Schweden zurückkehrte, wurde Wrangel und Königsmark derOberbefehl über die in Deutschland befindlichen schwedischen Truppen anver-traut. Durch die Ankunft der kaiserlichen Truppen vom Rhein in Böhmenwurde Wrangel genöthigt, sich gegen die Weser zu wenden, um sich dort mitdem französischen Heere unter Turenne zu vereinigen, das zu demselben Zweckevom Main heranrückte. Gleich nach ihrer Vereinigung drangen beide Heererasch gegen den Main und die Donau vor, um den Kurfürsten von Baiern zuzwingen, dem Bündnisse mit dem Kaiser völlig zu entsagen. Nachdem sie dieDonau und den Lech überschritten, drangen sie in Baiern ein und belagertenAugsburg. Das Heranrücken überlegener kaiserlicher und bairischer Heere